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Wie häufig sind neuropathische Schmerzen?

Zuletzt aktualisiert am: 29.08.2018
Dieser Text wurde nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern auf Richtigkeit überprüft.

In Deutschland leiden zwischen 10 und 20 Prozent der Bevölkerung an chronischen Schmerzen, rund 8 bis 16 Millionen Patienten. Unter neuropathischen Schmerzen, also Schmerzen im Bereich des peripheren Nervensystems, leiden bis zu fünf Prozent – das sind knapp fünf Millionen Menschen. Bis zu 35 Prozent aller Schmerzerkrankungen haben eine neuropathische Komponente. Sie kommen bei 8 Prozent der Schlaganfallpatienten, 20 Prozent der Diabetiker, 28 Prozent der MS-Patienten, 33 Prozent der Tumor-Erkrankten, 37 Prozent der Patienten mit Rückenschmerzen, 67 Prozent der Patienten mit Rückenmarksverletzungen und bei 60 Prozent der Amputierten vor. Allerdings werden diese Schmerzen vielfach erst nach vielen Arztbesuchen und zum Teil auch stationären Aufenthalten richtig diagnostiziert. Über 40 Prozent der Betroffenen warten über ein Jahr auf die richtige Diagnose.

Beispiele für periphere neuropathische Schmerzen sind Phantomschmerzen, die diabetische Polyneuropathie und Gürtelrose. Neuropathische Schmerzen bei zentralen Nervenerkrankungen kommen bei über 60 Prozent aller Patienten mit Rückenmarksverletzungen und bei 28 Prozent der MS-Patienten vor.

Wie häufig sind Rückenschmerzen?

Bis zu 80 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden in Ihrem Leben irgendwann einmal unter Rückenschmerzen. Bei 20 bis 30 Prozent der Betroffenen werden die Schmerzen chronisch. Unter allen chronischen Schmerzerkrankungen machen die Rückenschmerzen 10 Prozent aus, man spricht daher auch von der Volkskrankheit Rückenschmerzen. Betroffene über 40 Jahre haben ein mehr als doppeltes Risiko für chronische Rückenschmerzen im Vergleich zu Personen unter 25 Jahren.

Risikofaktoren für chronische Rückenschmerzen sind stresshafte Erlebnisverarbeitung, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Unzufriedenheit am Arbeitsplatz, hohe Schmerzintensität, Angst, Depression, höheres Alter und schwere körperliche Arbeit. Rückenschmerzen bedeuten eine hohe volkswirtschaftliche Belastung durch Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung. Im Mittel beträgt die jährliche Arbeitsunfähigkeit unter betroffenen Patienten 10 Tage. Die volkswirtschaftlichen Kosten durch Rückenschmerzen liegen bei 25 bis 50 Milliarden Euro im Jahr.

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Wie häufig sind Schmerzen aufgrund Erkrankungen des zentralen Nervensystems – Beispiel MS?

Von einer Multiplen Sklerose (MS), einer Erkrankung des Zentralen Nervensystems, sind nach Schätzungen weltweit 2,5 Millionen Menschen betroffen. In Deutschland sind aktuell über 130.000 Menschen erkrankt. Die Erkrankung betrifft mehr Frauen als Männer, das Erkrankungsalter liegt überwiegend zwischen 20 und 40 Jahren. Als Folge der bisher nicht heilbaren MS wird die Mobilität der Patienten zunehmend eingeschränkt. Neuropathische Schmerzen sind eine mögliche weitere Komponente dieser Erkrankung. Betroffene Patienten beenden früher ihre Berufstätigkeit. Dies führt zu nicht unerheblichen Folgekosten für die Volkswirtschaft.   

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Quellen:

  • Baron R. Diagnostik und Therapie neuropathischer Schmerzen. Deutsches Ärzteblatt 2006
  • Europäisches Weißbuch Schmerz 2010
  • Göbel H. Epidemiologie und Kosten chronischer Schmerzen. Schmerz
2001 · 15:92–98
  • Schwarzbuch Schmerz 2013. Deutsche Schmerzliga. ISBN 978-3-00-042762-6
  • Zimmermann M. Der chronische Schmerz. Orthopäde 2004 · 33:508–514
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