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Patientin bespricht mit ihrem Arzt ihre Okzipitalneuralgie
Patientin bespricht mit ihrem Arzt ihre Okzipitalneuralgie
Tipps

Okzipitalneuralgie: Nervenschmerzen im Kopf

Zuletzt aktualisiert am: 05.08.2019
Hinter lang andauernden und immer wiederkehrenden Kopfschmerzen, die mit einer Einschränkung der Kopfbeweglichkeit einhergehen, kann eine Okzipital-Neuralgie stecken. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, mit denen die Beschwerden in den Griff gebracht werden können. Es ist dabei ratsam, möglichst früh mit einer Behandlung zu beginnen. Alles Wissenswerte zum Thema finden Sie im Ratgeber. 

Symptome einer Okzipitalneuralgie  

Bei einer Okzipitalneuralgie treten Schmerzen im Versorgungsgebiet des Nervus occipitalis major und des Nervus occipitalis minor auf. Diese Nerven verlaufen an der Rückseite des Kopfes hin zu Stirn, Schläfen und Schädelseite und passieren dabei zum Teil sehr tiefe Muskelschichten. Bei einer Reizung der Occipitalis-Nerven können Kopfschmerzen im Ausbreitungsgebiet dieser Nerven entstehen. Die Schmerzen können von einigen Minuten bis zu mehreren Tagen andauern. 

Wo können die Schmerzen auftreten? 

  • An der Rückseite des Kopfes  
  • Am Scheitel entlang bis zur Stirn 
  • Schläfen  
  • Schädelseiten 
  • Häufig einseitiger Schmerz 
  • Schmerzausstrahlung bis zu den Augen, Ohren und in die Arme möglich  

Wie werden die Schmerzen empfunden? 

  • stechend, bohrend, scharf und einschießend 
  • Häufig Verschlimmerung der Schmerzen bei Kopfbewegung 
  • Druckempfindlichkeit der betroffenen Kopfregion  
  • Taubheitsgefühl möglich  
  • Berührungsempfindlichkeit der Kopfhaut möglich  

Ursachen der Kopfschmerzen 

Eine Neuralgie im Bereich des Kopfes kann durch eine Entzündung des Nervs, durch Einklemmen oder Einquetschen verursacht werden. Häufig sind die Kopfschmerzen der Okzipital-Neuralgie auf eine chronisch verspannte Nackenmuskulatur zurückzuführen. Ebenso können die Kopfschmerzen durch eine Kopfverletzung (Trauma) hervorgerufen werden. Weitere Faktoren, die zur Schädigung oder Einengung der Occipitalis-Nerven führen können, sind:  
  • Infektionen und Entzündungen 
  • Probleme mit den Bandscheiben 
  • Gelenksarthrose im oberen Halswirbelbereich 
  • Gicht 
  • Diabetes Mellitus  
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Diagnose einer Okzipitalneuralgie 

Ob Kopfschmerzen durch eine Neuralgie ausgelöst werden, lässt sich nur durch eine ärztliche Diagnose sicher feststellen. Schilderungen von Schmerzverlauf und Schmerzmustern sowie Vorerkrankungen geben dem Arzt wichtige Informationen, mit deren Hilfe er die Schmerzursache eingrenzen kann. Ebenso erfolgt eine diagnostische Abgrenzung von anderen Neuralgien wie der postherpetischen Neuralgie, bei der es in Folge eines Herpes Zoster (Gürtelrose) zu Schmerzen an der Kopfhaut kommen kann.    

Behandlung von Nervenschmerzen am Kopf 

Starke Dauerkopfschmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität. Mit den körperlichen Einschränkungen gehen oftmals auch psychische Probleme einher, weshalb die Krankheit ganzheitlich behandelt werden sollte. Hier spricht man von einer multimodalen Schmerztherapie. Der Beginn der Behandlung sollte nicht zu lange hinausgeschoben werden, da die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der Körper ein sogenanntes Schmerzgedächtnis ausbildet.  
 
Darunter versteht man die Lernfähigkeit von Nervenfasern, Schmerzen als Erinnerung zu speichern und bei einer späteren Gelegenheit erneut abzurufen. Das kann so weit gehen, dass der Patient Schmerzen auch dann noch spürt, wenn die Ursache schon lange beseitigt ist. Um eine Chronifizierung des Schmerzes zu verhindern, ist ein frühzeitiger Kontakt mit einer Schmerzambulanz bzw. -klinik durchaus sinnvoll.  

Die Ursache behandeln 

Wichtig für die erfolgreiche Therapie von neuropathischen Kopfschmerzen ist die Behandlung der Ursache der Okzipitalneuralgie. Kann die Grunderkrankung geheilt werden, verschwinden unter Umständen auch die Nervenschmerzen. Liegen der Neuralgie Occipitalis Haltungsfehler oder Muskelverspannungen zugrunde, sollte die Behandlung von einem Ergo- oder Physiotherapeuten unterstützt werden.  
 
Durch die Abnahme der Verspannungen und eine Korrektur der Haltung erhält der gereizte und bedrängte Nerv die Möglichkeit, in seine ursprüngliche Position zurückzufinden und dort auszuheilen. Als begleitende physikalische Maßnahmen empfinden viele Patienten Wärme- oder Kälteanwendungen als angenehm. Ebenso können Hochton- und Magnetfeldbehandlungen Stoffwechsel und Schmerzen positiv beeinflussen.  

Was hilft gegen die Symptome? 

  • Systematische Schmerztherapie: Der Arzt verschreibt meist ein entzündungshemmendes Schmerzmittel, das direkt am Ort der Schmerzentstehung wirkt. Nur in sehr schweren Fällen wird ein zentral wirkendes Schmerzmittel verordnet, das direkt im Gehirn bzw. im Rückenmark wirkt.  
  • Lokale Nervenblockade: Der Arzt blockiert durch eine örtliche Betäubung die gereizten Nervenstränge. Das Präparat wird einige Tage lang per Injektion verabreicht. 
  • Mikrochirurgische Neurolyse: In einem minimal-invasiven operativen Eingriff werden die auf den Nerv drückenden Einengungen beseitigt. 

Gibt es Alternativen? 

Die längerfristige Einnahme von Schmerzmedikamenten bei einer Okzipital-Neuralgie führt oftmals zu starken Nebenwirkungen. Daher sind schonende komplementärmedizinische Verfahren stets als Alternative bzw. zur Ergänzung stets in Betracht zu ziehen. 
 
Um den Leidensdruck der Betroffenen zu senken, kann auch eine begleitende Schmerz-Psychotherapie sinnvoll sein. Kognitive Verhaltenstherapie, computergestütztes Biofeedback und Entspannungsverfahren können das Schmerzkarussell bei Nervenschmerzen im Kopf durchbrechen. 
 
Der Behandlungsansatz der Naturheilkunde zielt darauf ab, die Selbstregulationskräfte des Körpers zu stärken. Zu bewährten Methoden zählt zum Beispiel die Akupunktur: Besonders durch Triggerpunktbehandlung sind manchmal Verbesserungen zu erreichen. 
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die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem approbierten Arzt.