Über die Anatomie des Nervensystems

Das menschliche Nervensystem ist ein Organ, das sich durch den ganzen Körper verzweigt. Nervenschmerzen entstehen infolge von Schädigungen von Nervenfasern. Davon können sowohl zentrale Nerven in Gehirn und Rückenmark als auch das periphere Nervensystem betroffen sein. Werden die sensiblen Gefühlsfasern der Nervenzellen infolge von Unfallverletzungen, durch Gifteinfluss oder durch Stoffwechselerkrankungen geschädigt, kann dies zu einer gestörten Schmerzverarbeitung im Körper führen. Wie ist die Anatomie des Nervensystems aufgebaut, worin unterscheiden sich neuropathische Schmerzen von anderen Schmerzen und wo können Betroffene Hilfe finden? Dies erfahren Sie in den folgenden Beiträgen.

Wie häufig sind Schmerzen?

Schätzungen gehen davon aus, dass in Europa jeder fünfte Erwachsene an chronischen Schmerzen leidet. In Deutschland sind es zwischen 10 und 20 Prozent der Bevölkerung: Das sind ca. 8 bis 16 Millionen Patienten. Bei 600.000 bis 800.000 dieser Menschen liegt ein schwer zu therapierendes Schmerzsyndrom vor: Der Schmerz hat sich verselbstständigt und ist zu einer Schmerzkrankheit geworden. Jeder zweite Betroffene verspürt Auswirkungen auf sein Berufsleben. 18 Prozent sind arbeitsunfähig. Über ein Drittel der Patienten hat Sorge, den Arbeitsplatz zu verlieren. Fast 40 Prozent beklagen negative Auswirkungen auch auf das soziale Leben. Ein Drittel der Patienten geht außerdem davon aus, dass Mitmenschen ihre Schmerzen in Frage stellen. Die volkswirtschaftlichen Kosten werden auf 38 Milliarden Euro geschätzt, 28 Milliarden davon durch Arbeitsunfähigkeit. Sechs bis acht Prozent der Gesundheitsausgaben des Gesundheitssystems entfallen auf die Behandlung chronischer Schmerzen.