Ursachen und Symptome

Was ist eine Neuralgie?

Zuletzt aktualisiert am: 20.07.2016 15:56:10
Was ist eine Neuralgie?

Unter einer Neuralgie versteht man plötzliche stechende Schmerzen, die blitzartig und elektrisierend wie ein Stromschlag bis zu hundertmal am Tag auftreten können. Diese Schmerzen, die auch durch Berührung oder Bewegung ausgelöst werden können, treten ohne eine zugrunde liegende morphologische Schädigung des Nervs auf. Daher spricht man bei Neuralgien auch auch von Nervenirritationen.

Ursächlich können Entzündungen, Gewebewucherungen oder auch Narben sein. Neuralgien sind der Regel auf das Ausbreitungsgebiet eines bestimmten Nervs begrenzt und werden nach den Nerven benannt, in deren Versorgungsgebiet die Schmerzen auftreten. 

Trigeminusneuralgie

Ein typischer Gesichtsschmerz ist die Trigeminusneuralgie. Ihre häufigste Ursache ist ein im Bereich des Hirnstammes gelegenes Gefäß, das durch die sich ständig wiederholende Pulswelle eine Reizung und Druckschädigung des Trigeminusnervs beim Austritt aus dem Hirnstamm verursacht. Die über Sekunden andauernden elektrisierenden Schmerzattacken werden spontan ausgelöst: durch Kauen, Sprechen, Zähneputzen oder auch nur durch kalten Wind. Sie können sich in kurzen Abständen wiederholen oder auch sofort verschwinden. Die meisten Erkrankten sind im höheren Lebensalter. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Tritt eine Trigeminusneuralgie bei Kindern und jungen Erwachsenen auf, kann auch eine Entzündung des Nervs im Austrittsbereich aus dem Hirnstamm ursächlich sein.

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Intercostalneuralgie

Eine Intercostalneuralgie bezeichnet ziehende und anhaltende Schmerzen im Zwischenrippenbereich. Ursachen reichen von Entzündungen über Brüche im Bereich der Rippen bis zu degenerativen Erkrankungen. Die Schmerzen treten gürtelförmig im Brust- oder Rückenbereich auf und können durch Bewegung, Pressen oder Husten verstärkt werden. Sie können von Gefühlsstörungen, Missempfindungen wie Kribbeln oder Atembeschwerden begleitet sein.

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Post-Zoster-Neuralgie

Nach einer Gürtelrose und dem Abheilen der Hauterscheinungen bleiben bei bis zu 20 Prozent der Erkrankten Schmerzen in den betroffenen Hautarealen bestehen: Es entsteht eine chronische Neuralgie. Ein Jahr nach Erkrankung haben noch rund fünf Prozent der Patienten anhaltende Schmerzen. Im höheren Alter ist das Risiko dauerhafter Störungen größer als in jungen Jahren. Ursächlich für die anhaltenden Schmerzen sind Narben und Hautveränderungen im subjektiv abgeheilten Bereich. Typische Schmerzen sind dauerhaftes Brennen, einschießende Schmerzattacken bis hin zu heftigsten Berührungsattacken. Selbst die Berührung von Kleidung kann als äußerst schmerzhaft empfunden werden, starker Druck hingegen verschafft Erleichterung.

Parästhesie

Parästhesien sind nicht-schmerzhafte Missempfindungen. Sie können vorübergehend etwa bei Vergiftungen oder chronisch als Teil von Polyneuropathien auftreten, zum Beispiel bei Alkoholismus oder Diabetes. Möglich ist ein Auftreten auch als psychogenes Symptom bei Panikattacken. Parästhesien werden als Kribbeln, Taubheit, „Ameisenlaufen“, Pelzigkeit, Prickeln, Jucken, Schwellungsgefühl und Kälte- oder Wärmeempfindung empfunden. Sie sind auf eine Schädigung ungeschützter peripherer Nerven innerhalb eines Versorgungsbereichs zurückzuführen.

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die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem Arzt oder Apotheker.
Ihre Dr. med. Henrike Ottenjann, Ärztin und Fachjournalistin für Medizin