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Wärme oder Kälte bei Nervenschmerzen? | Informationen & Tipps

Zuletzt aktualisiert am: 22.03.2016 17:57:36
Wärme oder Kälte bei Nervenschmerzen? | Informationen & Tipps

Nervenschmerzen sind oft eine normale physiologische Reaktion, z. B. nach Verletzungen, Knochenbrüchen oder Operationen. Werden die empfindlichen Nervenfasern selbst jedoch geschädigt, können chronische (neuropathische) Schmerzen auftreten. In einfacheren Fällen kann eine Behandlung der Nervenschmerzen mit Wärme oder Kälte deutliche Linderung verschaffen. Doch auch für diese physikalische Therapie gelten einige Regeln.

Nervenschmerzen durch Wärme oder Kälte beeinflussen

Da Nervenschmerzen sich sehr unterschiedlich äußern können, hängt eine Behandlung ab

  1. von der jeweiligen Ursache
  2. der Ausprägung des Schmerzes
  3. ob bzw. welche weiteren Körperstrukturen (Muskeln etc.) mitbetroffen sind.

Eine Nervenentzündung (Neuritis) erfordert eine andere Vorgehensweise als Nervenschmerzen, die durch mechanische Nervenschädigungen - z. B. durch Zusammendrücken (Kompression), durch Nervenabriss oder als Phantomschmerz nach Amputationen etc. - entstanden sind. Grundsätzlich ist daher wie bei anderen Schmerzprozessen die Regel zu beachten: Handelt es sich um Entzündungen, sind Kälteanwendungen vorzuziehen. Bei anderen Prozessen können je nach individuellem Fall (Trigeminusneuralgie, Gürtelrose etc.) Nervenschmerzen durch Wärme oder Kälte gelindert werden.

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Warum Nervenschmerzen auf Wärme oder Kälte regieren

Durch eine lokale Wärmeanwendung wird die Durchblutung angeregt und der Stoffwechsel in diesem Bereich gesteigert. Verkrampfte Muskeln lösen sich, dadurch können auch komprimierte Nerven wieder »freigestellt« werden. Kälte senkt die Leitungsgeschwindigkeit in den Nerven, zusätzlich wird die Aktivität der Schmerzrezeptoren gedämpft. Blutgefäße werden verengt und Schwellungen reduziert. Somit sind akute Beschwerden eher durch Kälte zu behandeln, während chronische Beschwerden öfter von Wärme profitieren.

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Behandlung von Nervenschmerzen mit Wärme oder Kälte

Für die Wärmeanwendung empfehlen sich warme Bäder, Wärmflaschen, Rotlichtlampen, das Auflegen von erwärmten Kirschkernkissen oder warme Wickel. Für Kälteanwendungen sind kalte Umschläge, Eisspray oder Kühlkissen (Icepacks) zu empfehlen. Wenn Nervenschmerzen durch Wärme oder Kälte behandelt werden: Wichtig ist, die Wärme- bzw. Kältequelle (Wärmflasche, Kühlkissen) stets mit einem Tuch zu umwickeln, um Hitze- bzw. Kälteschäden an der Haut zu vermeiden.

Vorsicht geboten bei Nervenschmerzen mit Wärme oder Kälte

Wird eine Entzündung der Nerven mit Wärme oder Hitze behandelt, können sich Schmerz und eine vorhandene Schwellung verstärken. Dann sollte umgehend gekühlt werden, um den Nerv wieder zu beruhigen. Bei deutlichem Fieber, reduzierter Herzleistung, starker Überfunktion der Schilddrüse oder unbehandeltem Bluthochdruck sollte auf eine intensive Wärmeanwendung verzichtet werden. Nach einer Kühlung kommt es oft zu einer starken Gegenreaktion des Körpers: Eine vermehrte Wärmeentwicklung begünstigt das Wiederaufflammen des Schmerzes. Bei bereits vorhandenen Durchblutungs- oder Sensibilitätsstörungen - wie bei Raynaud-Syndrom etc. - sollte eine zusätzliche Kälteanwendung unterbleiben.

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die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem approbierten Arzt.