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Hilft Vitamin B12 bei Nervenschmerzen?

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2016 17:14:48
Hilft Vitamin B12 bei Nervenschmerzen?

Nervenschmerzen, in der Fachsprache auch Neuropathien genannt, können viele Ursachen haben. Eine davon kann ein Vitamin-B12-Mangel sein. Vitamin B12 kommt vor allem in tierischen Lebensmitteln vor und wird neben der Zellteilung und der Produktion der roten Blutkörperchen vom Körper vor allem auch für ein gut funktionierendes Nervensystem gebraucht. Ein Mangel an Vitamin B12 kann Nervenschmerzen und unangenehme Symptome wie kribbelnde Beine, taube Arme oder Unsicherheit beim Gehen zur Folge haben. Gewissheit darüber, ob die Nervenschmerzen durch Vitamin-B12-Mangel verursacht sind, bringt ein Blutbild.

Nervenschmerzen durch Vitamin-B12-Mangel?

Vitamin B12, auch als Cobalamin bekannt, übernimmt im Körper wichtige Funktionen. Es sorgt für eine ausreichende Produktion von roten Blutkörperchen und eine reibungslose Zellteilung. Auch für das Nervensystem ist es von elementarer Bedeutung, da es essenziell für die Regeneration der Nervenbahnen ist. Jede Nervenfaser ist von einer Hülle umgeben, einer sogenannten Myelinscheide. Vitamin B12 ist maßgeblich an deren Aufbau beteiligt. Fehlt Vitamin B12, sind Nervenschmerzen eine häufige Folge. Der Arzt spricht dann von einer Vitamin B12 Mangelneuropathie. Folgende Symptome sind typisch für Nervenschmerzen durch Vitamin-B12-Mangel:

  • Kribbeln, Taubheit und Brennen in den Füßen
  • Gangunsicherheit
  • Gestörtes Temperaturempfinden
  • Gestörte Reflexe und Vibrationsempfinden in den Beinen
  • Muskelschwäche

Die Ursache für Nervenschmerzen durch Vitamin-B12-Mangel liegt oft nicht in einer zu geringen Zufuhr des Vitamins begründet, sondern in einer schlechten Aufnahmefähigkeit des Körpers. Die Zellen der Magenschleimhaut stellen den nötigen „Intrinsic Factor“ nicht in ausreichender Menge her. Das ist häufig bei älteren Patienten der Fall.

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Behandlung von Nervenschmerzen mit Vitamin B12

Die Gabe von Vitamin B12 kann Nervenschmerzen lindern, falls ein nachgewiesener Mangel an dem Vitamin deren Ursache ist. Vitamin B12 wird vom Körper nicht selbstständig gebildet, sondern muss über die tägliche Nahrung zugeführt werden. Zu finden ist es vor allem in tierischen Produkten wie Milch, Eier, Leber und Fleisch. Faktoren, die eine Aufnahme von Vitamin B12 negativ beeinflussen können:

  • Mangelernährung, wie etwa Essstörungen, Unterernährung oder Alkoholismus
  • Veganismus
  • Magenoperationen oder Magenschleimhautentzündungen
  • Darmkrankheiten, wie z.B. Morbus Crohn oder chronische Durchfälle

Wichtig ist es, den Vitamin-B12-Gehalt durch ein Blutbild zu bestimmen, bevor mit einer Behandlung begonnen wird. Zusätzlich wird ein Neurologe die Funktion der Nerven testen, beispielsweise die Sensibilität mit einem Nadelrad oder die Reflexe mit einem Gummihammer. Die Einnahme von Vitamin B12 wird Nervenschmerzen nicht sofort verschwinden lassen. Je nachdem, wie fortgeschritten die Schäden bereits sind, kann ein Abklingen bis zu 24 Monate dauern. Falls die Aufnahme von Vitamin B12 im Magen oder Darm gestört ist, wird der Arzt anstelle von Tabletten intramuskuläre Injektionen verordnen. Wenn sich die Ursache des Mangels nicht beheben lässt, muss eine Erhaltungstherapie ein Leben lang erfolgen. Die symptomatische Behandlung der brennenden Nervenschmerzen erfolgt meist durch Antiepileptika, wodurch sich die Nervenschmerzen bereits nach einigen Tagen bessern.

Folgen und Risiken von Nervenschmerzen durch Vitamin-B12-Mangel

Grundsätzlich lässt sich ein Vitaminmangel, gut behandeln. Wichtig ist eine möglichst frühzeitige ärztliche Diagnose, um die Nervenschmerzen nicht chronisch werden zu lassen. Für die Behandlung braucht der Betroffene Geduld. Denn geschädigte Nervenfasern regenerieren sich nicht über Nacht. Taubheitsgefühle oder brennende Beine können einem deshalb über Monate hinweg das Leben schwer machen, obwohl die Therapie bereits wirkt. Falls eine Mangelneuropathie nicht behandelt wird, können über die Jahre die Nervenfasern so weit zerstört werden, dass die Schäden irreversibel sind. Symptome sollten daher nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

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die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem approbierten Arzt.