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Tabletten gegen Nervenschmerzen (Neuralgie) | Infos & Tipps

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2016 17:17:05
Tabletten gegen Nervenschmerzen (Neuralgie) | Infos & Tipps

Im Gegensatz zu gewöhnlichen Schmerzen werden Neuralgien durch Schäden am für die Schmerzleitung zuständigen System ausgelöst. Schätzungsweise leiden 300.000 Menschen in Deutschland unter Nervenschmerzen. Oftmals sind nur einzelne Nerven betroffen, beispielsweise nach einer Gürtelrose, nach einem Bandscheibenvorfall oder nach einer Trigeminusneuralgie. Die Schädigung kann sich aber auch über mehrere Nerven erstrecken wie bei Diabetes mellitus. Um die damit verbundenen Beschwerden in den Griff zu kriegen, kommen verschiedenste Tabletten gegen die Nervenschmerzen zur Anwendung.

Auslöser und Symptome von Neuralgien

Da den Nervenschmerzen unterschiedliche Grunderkrankungen vorausgehen können, sind die Ursachen entsprechend vielfältig. So nimmt beispielsweise bei der Post-Zoster-Neuralgie der akute Gürtelrosen-Schmerz eine chronische Form an. Als weiterer Auslöser gelten im Verlauf eines chirurgischen Eingriffs verletzte oder durchtrennte Nerven. Polyneuropathien resultieren unter anderem aus Infektionskrankheiten, Alkoholmissbrauch oder Diabetes mellitus. Unabhängig von der jeweiligen Ursache liegt sämtlichen Ausprägungen neuropathischer Schmerzen dasselbe Schema zugrunde: Das schmerzleitende System ist beschädigt, wobei der Schaden sowohl außerhalb als auch innerhalb des Gehirns und des Rückenmarks liegen kann. Das Auftreten von Nervenschmerzen erfolgt zum Teil überfallartig, häufig aber auch aus heiterem Himmel ohne sichtbaren äußeren Anlass. Neben den Schmerzattacken treten typische Symptome auf wie:

  • verminderte Hautempfindlichkeit
  • Ameisenlaufen
  • Juckreiz
  • Muskelkrämpfe

Die Diagnose neuropathischer Schmerzen lässt sich mit umso größerer Sicherheit stellen, je mehr übereinstimmende Hinweise im Verlauf der Untersuchung gefunden werden. Der Untersuchungsablauf beinhaltet eine um mehrere Schmerzfragebögen, eine Schmerzzeichnung und weitere Spezialtests ergänzte körperliche bzw. klinisch-neurologische Kontrolle. Oft kommen außerdem bildgebende Verfahren wie die Computertomografie oder die Magnetresonanztomografie hinzu, welche die Nervenschädigungen sichtbar machen können.

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Tabletten gegen Nervenschmerzen - welche wirken am besten?

Für die Behandlung von Neuralgien gibt es weder allgemeingültige Behandlungsschemen noch für alle Patienten gleichermaßen effektive Tabletten. Die beste Strategie für den Einzelfall lässt sich in der Regel nur nach dem Trial-and-Error-Prinzip herausfinden. Schmerztherapeuten setzen unabhängig vom jeweiligen Auslöser auf eine medikamentöse Basistherapie. Diese beinhaltet unterschiedliche Medikamentengruppen wie:

  • Substanzen wie Gabapentin oder Pregabalin
  • Natriumkanalblocker
  • trizyklische Antidepressiva
  • langwirksame Opiate

  Da diese Medikamente an verschiedenen Orten der Schmerzentstehung ansetzen, kommen sie als Nervenschmerztabletten oft kombiniert zum Einsatz. Darüber hinaus beeinflussen Antidepressiva, die ebenfalls als Neuralgie-Tabletten verschrieben werden, die Schmerzverarbeitung.

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Was geschieht, wenn die Tabletten nicht wirken?

Bringen Antiepileptika, Antidepressiva und Natriumkanalblocker keine ausreichende Besserung, bieten Opioide eine Alternative. Deren Einnahme richtet sich jedoch nicht nach dem Bedarf, sondern nach einem vorgegebenen Zeitplan. Zunächst verschreibt der Arzt meist schwächer wirksame Arten wie:

  • Codein
  • Dihydrocodein
  • Tramadol
  • Tilidin kombiniert mit Naxalon

  Diese gibt es als Neuralgie-Tabletten, aber beispielsweise auch als Pflaster oder Tropfen. Wird mit diesen Medikamenten die erwünschte Linderung ebenfalls nicht erzielt, wird die Behandlung mit stark wirksamen Opioiden fortgesetzt. Morphin, Hydromorphon, Fentanyl, Oxycodon und Buprenorphin unterliegen jedoch der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung und bedürfen eines speziellen Rezeptes. Nicht wirksam bei neuropathischen Schmerzen sind hingegen nicht-opioidhaltige Schmerzmittel, welche bei anderen Schmerzerkrankungen zur Anwendung kommen. Hierzu zählen beispielsweise nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprufen, Diclophenac oder Naproxen oder Schmerztabletten wie Metamizol oder Paracetamol.

Welche medizinischen Risiken bringt eine Therapie mit Neuralgie-Tabletten mit sich?

Tabletten können neben dem erwünschten Therapieerfolg auch ungewollte Nebenwirkungen mit sich bringen. So führen Opioide in einigen Fällen zu Benommenheit, Übelkeit und Verstopfung. Werden sie nicht mit der entsprechenden Vorsicht eingesetzt, kann zudem eine Medikamentenabhängigkeit die Folge sein. Die anderen zur Abschwächung neuropathischer Schmerzen verwendeten Arzneimittel sind ebenfalls nicht frei von Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindelgefühl, Gangschwierigkeiten und Gleichgewichtsstörungen. Da sie sich zum Teil auch auf Blutbild und Leber auswirken, sollten die Blutzusammensetzung und die Leberwerte unter einer solchen Behandlung einer regelmäßigen Kontrolle unterliegen.

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