Tipps

Schmerzmittel bei Nervenschmerzen | Übersicht & Alternativen

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2016 17:18:35
Schmerzmittel bei Nervenschmerzen | Übersicht & Alternativen

Die Behandlung neuropathischer Schmerzen kann sich als schwierig und langwierig erweisen, da es keine keine standardisierten Vorgehensweisen gibt. Übliche Schmerzmittel wie Metamizol, Paracetamol, Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac zeigen häufig keine oder nur eine geringe Wirkung. Daher kommen hierbei vor allem Antikonvulsiva, Antidepressiva und Opioide zur Anwendung. Welches Schmerzmittel gegen die Nervenschmerzen in welcher Darreichungsform zum Einsatz kommt, richtet sich insbesondere nach deren Ursache. Oftmals lässt sich jedoch nur durch das "Trial and Error"-Prinzip feststellen, welches Medikament im Einzelfall das Richtige ist.

Auslöser und Symptome von Nervenschmerzen

Für das Auftreten von Neuralgien können unterschiedlichste Gründe verantwortlich sein. Zu den häufigsten Verursachern zählen:

  1. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  2. Engpasssyndrome (z. B. Karpaltunnelsyndrom)
  3. Bandscheibenvorfall
  4. Herpes Zoster (Gürtelrose)
  5. Infektionen (z. B. Borrelien)
  6. Phantomschmerz nach Amputationen
  7. Trigeminusneuralgie

Morbus Parkinson, Schlaganfälle, Tumore, AIDS, Chemotherapien oder Alkoholmissbrauch können ebenfalls Neuralgien verursachen und damit den Einsatz von Schmerzmitteln gegen Nervenschmerzen erforderlich machen. Der neuropathische Schmerz wird meist als einschießend, brennend, scharf und attackenförmig beschrieben. Auch Ameisenlaufen, Kälteempfindungen und ausstrahlende Schmerzen weisen auf eine Neuralgie hin. Missempfindungen wie Kribbeln und Taubheit gehören ebenso zu den möglichen Symptomen wie extreme Berührungsempfindlichkeiten. Liegt an einem Nerv eine Verletzung vor oder ist dieser über einen längeren Zeitraum wiederholt Reizen ausgesetzt, kann er überempfindlich werden und bereits bei leichtesten Berührungen mit überschießenden Schmerzen reagieren, die ohne Neuralgie Schmerzmittel kaum auszuhalten sind.

Anzeige

Geeignete Schmerzmittel für Nervenschmerzen

Bevor bei Nervenschmerzen an Schmerzmittel gedacht wird, sollte der Arzt den eigentlichen Grund der Beschwerden abklären. Gelingt es, diesen zu beseitigen, verschwinden oft auch die Neuralgien wieder. Bringt dies keinen Erfolg, müssen die Schmerzen symptomatisch behandelt werden. Bei der Bekämpfung von Nervenschmerzen wird unter anderem auf Mittel zurückgegriffen, die normalerweise gegen epileptische Anfälle (Antikonvulsiva) und gegen Depressionen (Antidepressiva) verschrieben werden. Diese Medikamente verhindern eine zu starke Erregung der geschädigten Nervenbahnen. Die Dosierung von Antidepressiva, die als Neuralgie Schmerzmittel zum Einsatz kommen, fällt jedoch geringer aus als bei der Therapie eine Depression. Grund hierfür ist ihre andere Wirkungsweise bei Schmerzen.

Lassen sich die Nervenschmerzen durch Antidepressiva oder Antikonvulsiva nicht beherrschen, werden diese mit starken klassischen Schmerzmitteln kombiniert. So finden bei Nervenschmerzen vor allem Schmerzmittel Anwendung, die zentral im Gehirn oder Rückenmark wirken. Zu den bekanntesten Vertretern gehören das Morphin und seine chemischen Verwandten, die Opioide. Diese binden sich an bestimmte Rezeptoren der Nervenzellen, hemmen auf diese Weise die Zellen und reduzieren ihre Erregbarkeit. Schmerzimpulse werden in geringerem Maße oder überhaupt nicht mehr wahrgenommen. Eine neuere Entdeckung, die sich recht vielversprechend als Schmerzmittel bei Nervenschmerzen einsetzen lässt, ist das Eiweißmolekül Ziconitid. Dieses hemmt die Schmerzen durch eine gezielte Blockade der Kalziumkanäle und könnte für Schmerzzustände bei Zosterneuralgie, multipler Sklerose oder Ischiasbeschwerden eingesetzt werden.

Anzeige

Nebenwirkungen von Schmerzmitteln für Nervenschmerzen und alternative Behandlungsformen

Die Einnahme von Schmerzmitteln bei Nervenschmerzen kann mit vielfältigen Nebenwirkungen verbunden sein. Antikonvulsiva bewirken zum Teil Schläfrigkeit und Benommenheit, während Antidepressiva zu Übelkeit, Schwindel, Appetitlosigkeit und Verstopfung führen können. Betäubungsmittel lösen unter Umständen eine Abhängigkeit aus oder dämpfen die Funktionen des zentralen Nervensystems. Darüber hinaus beeinträchtigen Opiate die Fahrtauglichkeit im Straßenverkehr. Daher sollten Neuralgie-Patienten auch alternative Therapieformen ausprobieren. Zwar gibt es für viele dieser Methoden noch keinen wissenschaftlichen Beweis ihrer Wirksamkeit, aber dafür zahlreiche Personen, denen sie bereits geholfen haben. Zu den wichtigsten Behandlungsalternativen zählen:

  • Atem- und Entspannungsübungen
  • Meditation
  • kognitive Strategien
  • Massagen
  • Akupunktur
  • homöopathische Medikamente
  • die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
  • Psychotherapie
  • Physio- und Ergotherapie
Weiterlesen

Service

Anzeige
Apotheke
finden
oder
Kaufen Sie Keltican forte bei in einer Apotheke in Ihrer Nähe
Liebe Leser,
die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem approbierten Arzt.