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Salbe gegen Nervenschmerzen | Empfehlungen und Alternativen

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2016 17:20:52
Salbe gegen Nervenschmerzen | Empfehlungen und Alternativen

Während bei gewöhnlichen Schmerzen der Auslöser wie Hitze, Druck oder Entzündung von den Schmerzsensoren registriert und zum Gehirn weitergeleitet wird, entstehen Nervenschmerzen aus einer Schädigung der Nervenfasern selbst. Die Behandlung dieser Schmerzart erweist sich daher meist als schwierig und langwierig. Salben, die bei herkömmlichen Schmerzen schnell Hilfe bringen, wirken hier in der Regel nicht.

Was sind die Ursachen von Nervenschmerzen?

Da Nervenschmerzen von den unterschiedlichsten Grunderkrankungen ausgelöst werden, sind die Ursachen entsprechend vielfältig. So wird bei der sogenannten Post-Zoster-Neuralgie der akute Gürtelrosen-Schmerz zum Dauerschmerz. Nach chirurgischen Eingriffen führen durchtrennte oder verletzte Nervenfasern zu chronischen Schmerzen. Als Auslöser von Polyneuropathien kommen unter anderem Diabetes mellitus, Alkoholmissbrauch oder Infektionskrankheiten infrage. Die verschiedenen Gründe können einerseits das gleiche Beschwerdebild nach sich ziehen, andererseits zeigen Patienten mit gleicher Grunderkrankung zum Teil völlig unterschiedliche Ausprägungen von Nervenschmerzen wie:

  • starkes Brennen oder Reißen
  • Nadelstiche
  • Armeisenlaufen
  • Empfindlichkeit gegen Hitze, Kälte, Druck und Berührungen

  Trotz ihrer verschiedenen Gesichter liegt den Nervenschmerzen immer dasselbe Schema zugrunde. Unabhängig vom Verursacher ist das schmerzleitende System an mindestens einer, oft jedoch auch an mehreren Stellen, beschädigt. Das kann innerhalb von Rückenmark und Gehirn sein, aber auch außerhalb dieser Schaltstellen des zentralen Nervensystems.

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Hilft Salbe gegen Nervenschmerzen?

Wer versucht, Nervenschmerzen mit Salbe zu bekämpfen, wird schnell merken, dass normale Schmerzpräparate keine Linderung bringen. Grundsätzlich gibt es kein Patentrezept für die Behandlung. Die Experten legen der Schmerztherapie gemeinhin einen multimodalen Ansatz zugrunde. Abgestimmt auf die Bedürfnisse und die individuelle Situation des Patienten kommen dabei verschiedene Therapiestrategien zur Anwendung. Die Grundlage für die Behandlung von Neuralgien bildet eine medikamentöse Basistherapie. Hierzu zählen unterschiedliche Medikamentengruppen, beispielsweise:

  • Substanzen wie Gabapentin oder Pregabalin
  • Natriumkanalblocker
  • trizyklische Antidepressiva
  • langwirksame Opiate
  • Antiepileptika

Die systemische Behandlung lässt sich bei umschriebenen Schmerzarealen außerdem durch lokal wirksame Substanzen wie Capsaicin- oder Lidocainpflaster oder mit diesen Wirkstoffen angereicherte Salben gegen Nervenschmerzen ergänzen. Nervenschmerzensalbe mit Capsaicin enthält den scharfen Wirkstoff, der den Chilischoten ihre Würze verleiht. Nach der Applikation wird die Haut heiß und brennt, anschließend werden die Schmerzfühler jedoch für einige Zeit unempfindlicher.

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Wie oft sollte Salbe bei Nervenschmerzen aufgetragen werden?

Zur Behandlung neuropathischer Schmerzen wird Capsaicinsalbe in einer Konzentration von 0,025 bis 0,075 Prozent zwei bis vier Mal täglich dünn auf die trockene Haut appliziert. Die schmerzlindernde Wirkung tritt innerhalb weniger Tage ein. Beim Auftragen empfiehlt sich das Tragen von Handschuhen oder die Verwendung von Hilfsmitteln wie einem sauberen Tuch. Die Salbe darf nicht in die Ohren, die Augen oder auf Schleimhäute gelangen. Eine Anwendung im Gesicht oder auf gereizter oder verletzter Haut ist ebenfalls nicht anzuraten. Da die Applikation mit Schmerzen und Brennen verbunden ist, kann vorab ein Lokalanästhetikum zum Einsatz kommen.

Welche medizinischen Risiken bestehen bei der Anwendung von Nervenschmerzen Salbe?

Da capsaicinhaltige Salben gegen Nervenschmerzen bei längerer Verwendung selbst Schäden an den Nerven verursachen, sollten diese Präparate maximal sechs bis acht Wochen zum Einsatz kommen. Zu den unerwünschten Nebenwirkungen dieser Arzneimittel gehören Wärmegefühl, Schmerzen, Brennen, Juckreiz, Rötung, Hautreizung, Hautausschlag und Blasenbildung. Das Einatmen führt zu Niesen, Husten und respiratorischen Irritationen. Eine Verschlechterung der Beschwerden und leichte bis mittelschwere Hautirritationen zu Beginn der Behandlung gelten als normal und verringern sich mit der Zeit. Bei zu starken Reaktionen empfiehlt sich jedoch der Abbruch der Behandlung.

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