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Post-Zoster-Neuralgie – Symptome und Therapie

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2016 17:23:18
Post-Zoster-Neuralgie – Symptome und Therapie

Von einer Post-Zoster-Neuralgie ist die Rede, wenn nach Abklingen der äußeren Erscheinungen einer Gürtelrose (Herpes Zoster) die Schmerzen über mehrere Monate bis hin zu mehreren Jahren bestehen bleiben. Bei diesem Krankheitsbild kann der Dermatologe nicht mehr weiterhelfen. Die Patienten benötigen eine gezielte, individuelle Behandlung durch einen Schmerztherapeuten und einen Neurologen.

Ursachen und Symptome

Eine Post-Zoster-Neuralgie kann entstehen, wenn die Schädigung betroffener Nervenfasern infolge einer Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus (z.B. Windpocken, Gürtelrose) zu einer Überempfindlichkeit führt. Der anhaltende Einstrom der Impulse schmerzleitender Nervenfasern bewirkt eine Sensibilisierung und Übererregbarkeit der Nervenzellen im Rückenmark. Diese können spontan aktiv werden. Das heißt, dass die Nervenzellen auch dann noch ein Schmerzempfinden an das Gehirn weitermelden, wenn die Ursache für die Schmerzen längst abgeklungen ist.

Hierbei sind zwei Schmerztypen zu unterscheiden: attackenartig einschießende, stechende Schmerzen, welche nur einige Sekunden oder Minuten andauern und tiefsitzende, quälende oder brennende Dauerschmerzen. Charakteristisch für den zweiten Typ ist eine extreme Berührungsempfindlichkeit, die als Allodynie bezeichnet wird. Bei diesem Verlauf kann bereits das Tragen von Kleidungsstücken zur Qual werden. Als weitere Symptome können bei einer Post Zoster Neuralgie Juckreiz, Lähmungen oder unerträgliches „Ameisenlaufen“ auftreten. Bei bis zu 20 Prozent der von einer Gürtelrose Betroffenen entsteht eine chronische Neuralgie. Etwa fünf Prozent leiden noch ein Jahr nach der Erkrankung unter anhaltenden Schmerzen und einem Post Zoster Neuralgie Juckreiz.

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Die Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung bei einer Post Zoster Neuralgie mit Juckreiz und Schmerzen richtet sich nach dem jeweiligen Schmerztyp. Daher ist eine klare Schmerzanalyse erforderlich. Bei der Therapie einer postzosterischen Neuralgie können folgende Medikamente zum Einsatz kommen:

  • Schmerzmittel
  • Opioide
  • Antidepressiva
  • Antiepileptika
  • NMDA-Antagonisten
  • Lokalanästhetika

Die üblichen Schmerzmedikamente, zu denen unter anderem Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Paracetamol und Ibuprufen zählen, sind oft nicht ausreichend. Zudem besteht bei regelmäßiger Einnahme das Risiko von Magenblutungen und Magenschleimhautentzündungen. Eine weitere Therapiemöglichkeit stellen Opioide dar, die in der Behandlung von postzosterischen Neuralgien eine begrenzte Wirkung haben. Hierzu ist zu Beginn der Therapie die Wirksamkeit zu überprüfen, beispielsweise durch das Führen eines Schmerztagebuches. Langwirksame Präparate sind grundsätzlich vorzuziehen, da auf diese Weise das Missbrauchspotenzial erheblich vermindert wird.

Antidepressiva werden bei dieser Erkrankung nicht nur zur Behandlung depressiver Störungen eingesetzt, sondern auch zur direkten Schmerztherapie. Sie wirken aktivierend auf die schmerzhemmenden absteigenden Nervenbahnen im Rückenmark. Da der Effekt verzögert einsetzt, ist eine kontinuierliche Einnahme des Medikaments erforderlich. Erste Erfolge sind nach sieben bis zehn Tagen zu verzeichnen. Lokalanästhetika können zur Behandlung der postzosterischen Neuralgie sowohl durch Injektion als auch durch Aufbringen auf die Haut angewendet werden. Letzteres bietet eine gute Verträglichkeit, allerdings ist die Wirksamkeit zumeist sehr begrenzt. Die verschiedenen Methoden der psychologischen Therapie stellen eine ergänzende Behandlungsmöglichkeit bei Post Zoster Neuralgie inklusive Juckreiz dar. Hierzu zählen:

  • Entspannungsverfahren wie autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation nach Jacobson
  • Biofeedback
  • Gedankenreise (Lenkung des Aufmerksamkeitsfokus)
  • Stressbewältigungstraining
  • Schmerzbewältigungstraining
  • Psychotherapie 
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Medizinische Risiken & Folgen

Durch die Medikamente können mehr oder weniger ausgeprägte Nebenwirkungen auftreten. So kommt es nach Einnahme von Antidepressiva häufig zu Mundtrockenheit und zu verstärkter Müdigkeit während der ersten drei bis vier Tage. Patienten mit bestimmten Herzerkrankungen oder grünem Star dürfen diese Mittel nicht einnehmen. Stellen die Schmerzen ein gravierendes Gesundheitsproblem dar und eine ambulante Behandlung bringt keinen Erfolg, empfiehlt sich eine stationäre Rehabilitation. Gegebenenfalls bleibt bei erfolgreicher Therapie der Post Zoster Neuralgie ein Juckreiz, der jedoch nicht so stark und daher leichter zu verkraften ist.

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