Tipps

Occipitalneuralgie (Neuralgie Occipitalis) | Ursachen & Behandlung

Zuletzt aktualisiert am: 23.03.2016 09:55:02
Occipitalneuralgie (Neuralgie Occipitalis) | Ursachen & Behandlung

Kopfschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben. Hinter lang andauernden und immer wiederkehrenden Kopfschmerzen, die mit einer Einschränkung der Kopfbeweglichkeit einhergehen, kann eine Occipitalneuralgie stecken. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, mit denen die Beschwerden einer Neuralgie Occipitalis in den Griff gebracht werden können. Es ist ratsam, möglichst früh mit einer Behandlung zu beginnen. 

 

Anzeige

Entstehung und Erscheinungsformen einer Occipitalneuralgie

Als Neuralgien werden im medizinischen Fachwortschatz Nervenschmerzen bezeichnet. Bei einer Occipitalneuralgie treten Schmerzen im Versorgungsgebiet des Nervus occipitalis major und des Nervus occipitalis minor auf. Diese Nerven verlaufen an der Rückseite des Kopfes hin zu Stirn, Schläfen und Schädelseite. Dabei passieren sie zum Teil sehr tiefe Muskelschichten. Bei einer Reizung der Occipitalis-Nerven können Kopfschmerzen im Ausbreitungsgebiet dieser Nerven entstehen. Meistens treten die Schmerzen einseitig auf, es können allerdings auch beide Seiten betroffen sein. Der Schmerz folgt dem Verlauf der Nerven und kann bis zu den Augen, Ohren und Armen ausstrahlen. Oftmals ist die Kopfhaut extrem berührungsempfindlich. Einige Patienten verspüren eine Verschlimmerung des Schmerzes, wenn sie den Kopf bewegen. Grundsätzlich werden die Schmerzen als stechend, bohrend, scharf und einschießend bezeichnet. Sie können sowohl wenige Minuten als auch viele Tage bestehen. Mögliche Ursachen einer Neuralgie Occipitalis:

  • Infektionen und Entzündungen
  • Probleme mit den Bandscheiben
  • Gelenksarthrose im oberen Halswirbelbereich
  • Muskelverspannungen im Nacken
  • Gicht
  • Verletzung oder Einengung der Occipitalis-Nerven
  • Diabetes Mellitus
Anzeige

Behandlung der Occipitalneuralgie

Die Behandlung der Nervenschmerzen kann in drei Formen erfolgen:

  1. Systematische Schmerztherapie: Der Arzt verschreibt meist ein lang wirkendes und entzündungshemmendes Schmerzmittel, das direkt am Ort der Schmerzentstehung wirkt. Nur in sehr schweren Fällen wird ein zentrales Schmerzmittel verordnet, das direkt im Gehirn bzw. im Rückenmark wirkt.
  2. Lokale Nervenblockade: Der Arzt blockiert durch eine Lokalanästhesie, also eine örtliche Betäubung, die gereizten Nervenstränge. Das Präparat wird einige Tage lang per Injektion verabreicht.
  3. Mikrochirurgische Neurolyse: In einem minimal-invasiven operativen Eingriff werden die auf den Nerv drückenden Einengungen beseitigt.

Als begleitende physikalische Maßnahmen empfinden viele Patienten Wärme- oder Kälteanwendungen als angenehm. Liegt der Neuralgie Occipitalis ein Haltungsfehler oder Muskelverspannungen zugrunde, sollte die Behandlung von einem Physiotherapeuten unterstützt werden. Durch die Abnahme der Verspannungen und eine Korrektur der Haltung erhält der gereizte und bedrängte Nerv die Möglichkeit, in seine ursprüngliche Position zurückzufinden und dort auszuheilen.

Folgen und Risiken einer Neuralgie Occipitalis

Dauerkopfschmerzen, vor allem in stark ausgeprägter Form, können die komplette Lebensqualität zerstören. Mit den körperlichen Einschränkungen gehen oftmals auch psychische Probleme einher, weshalb die Krankheit umfassend und ganzheitlich behandelt werden sollte. Der Beginn der Behandlung sollte nicht zu lange hinausgeschoben werden, da sich die Schmerzen manifestieren können und damit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der Körper ein sogenanntes Schmerzgedächtnis ausbildet. Darunter versteht man die Lernfähigkeit von Nervenfasern, Schmerzen als Erinnerung zu speichern und bei einer späteren Gelegenheit erneut abzurufen. Das kann so weit gehen, dass der Patient Schmerzen auch dann noch spürt, wenn die Ursache schon lange beseitigt ist.

Weiterlesen

Service

Anzeige
Apotheke
finden
oder
Kaufen Sie Keltican forte bei in einer Apotheke in Ihrer Nähe
Liebe Leser,
die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem approbierten Arzt.