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Neuralgiforme Schmerzen | Diagnostik, Ursachen & Behandlung

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2016 17:26:25
Neuralgiforme Schmerzen | Diagnostik, Ursachen & Behandlung

Nichts schmälert die Lebensfreude mehr als akute oder chronische Schmerzen. Diese können verschiedene Ursachen haben. Stammen die Schmerzen aus dem Ausbreitungsgebiet eines Nervs oder werden von diesem verursacht, bezeichnet man sie als Neuralgien oder neuralgiforme Schmerzen. Grundsätzlich kann jeder Nerv im Körper gereizt oder geschädigt werden, sodass es die unterschiedlichsten Formen von Neuralgien gibt. Die Therapiemöglichkeiten richten sich nach Art der Erkrankung.

Symptome und Ursachen neuralgiformer Schmerzen

Oft treten neuralgiforme Schmerzen wie aus heiterem Himmel auf. Patienten nehmen sie oft wie einen „elektrischen Schlag“ war. Die Schmerzen sind meist stechend, blitzartig einschießend und oft nur von kurzer Dauer, dafür mit vielen Wiederholungen. Sie sind fast immer auf die Umgebung eines bestimmten Nervs begrenzt, daher werden sie nach dem Ausbreitungsgebiet dieses Nervs benannt. Allerdings können die Schmerzen ausstrahlen, sodass bei einem betroffenen Halsnerv beispielsweise auch Schulter und Arme schmerzen können. Zwar können Neuralgien an jedem Nerv im Körper auftreten, doch gibt es bestimmte Nerven, die besonders häufig betroffen sind.

Häufige Formen neuralgiformer Schmerzen:

  • Postzosterneuralgie: Tritt nach einer Gürtelrose auf. Nach Abheilen der Bläschen schmerzen die betroffenen Hautareale weiterhin. Die Haut ist oftmals sehr berührungsempfindlich und brennt.
  • Trigeminusneuralgie: äußerst quälende Form des Gesichtsschmerzes. Auslöser ist ein gereizter oder geschädigter Trigeminusnerv, der an der Rückseite des Kopfes verläuft.
  • Interkostalneuralgie: ziehende, oft lang andauernde Schmerzen im Bereich zwischen den Rippen. Entstehen durch Entzündungen oder Brüche.
  • Ischiasneuralgie: Ein gereizter Hüftnerv verursacht Schmerzen, die bis ins Bein ausstrahlen.

Egal welche Form von Neuralgie auftritt, ihre Grundlage bildet immer ein gereizter oder geschädigter Nerv. Ursachen dafür können ein zu starker Druck wie etwa bei einem Bandscheibenvorfall, Entzündungen wie zum Beispiel bei einer Gürtelrose oder Stoffwechselstörungen, wie sie bei einem Diabetes mellitus auftreten, sein.

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Therapiemöglichkeiten neuralgiformer Schmerzen

Die Therapie von Nervenschmerzen ist immer an ihre jeweilige Erscheinungsform angelehnt. Generell stehen zur Behandlung von Neuralgien verschiedene Möglichkeiten bereit, die häufig erst in ihrer kombinierten Anwendung zu einer völligen Schmerzfreiheit führen.

Therapiemöglichkeiten neuralgiformer Schmerzen:

  1. Schmerzmittel: Gegeben werden meist Antidepressiva und Antiepileptika. Sie verhindern eine Überreizung der Nervenfasern und lindern so den Schmerz. In schweren Fällen werden auch Opioide verabreicht.
  2. Operationen: Es gibt moderne Operationsverfahren, die eingeengte Nerven von der Druckbelastung befreien und damit für Schmerzfreiheit sorgen.
  3. Psychotherapie: Oft verursachen Nervenschmerzen auch eine große psychische Belastung oder psychische Belastungen sind sogar Auslöser der Schmerzen. In beiden Fällen hilft die psychotherapeutische Begleitung.
  4. Physiotherapie: Verspannte Muskeln und Haltungsfehler können ebenfalls Neuralgien auslösen. Physiotherapie schafft Abhilfe.
  5. Weitere Möglichkeiten: Heilbäder, Lokalanästhesie, Massagen, TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation), Akupunktur.
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Risiken und Folgen neuralgiformer Schmerzen

Die Lebensqualität bei Neuralgie-Patienten ist meist immens eingeschränkt. Daraus resultieren depressive Verstimmungen, die bis hin zu Suizidgedanken (und letztlich auch Suizidhandlungen) reichen können. Eine frühzeitige Behandlung von Nervenschmerzen ist daher von großer Bedeutung. Nur so kann eine irreparable Schädigung der Nervenfasern und die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses verhindert werden.

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Liebe Leser,
die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem Arzt oder Apotheker.
Ihre Dr. med. Henrike Ottenjann, Ärztin und Fachjournalistin für Medizin