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Nervenschmerzen am Zahn (Neuralgie) | Ursachen & Behandlung

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2016 17:32:31
Nervenschmerzen am Zahn (Neuralgie) | Ursachen & Behandlung

Normalerweise entstehen Zahnschmerzen aus lokalen Ursachen wie einer Entzündung des Zahnbeins, der Zahnpulpa oder der Wurzelhaut. Treten Schmerzen am Zahn ohne diese Auslöser auf, kann es sich um den sogenannten nervösen Zahnschmerz handeln, einer allgemeinen Verstimmung des Nervensystems. Häufig sind Nervenschmerzen am Zahn erste Symptome einer Trigeminusneuralgie oder einer entzündlichen Erkrankung der Kiefernerven.

Trigeminusneuralgie als Ursache für Nervenschmerzen im Zahnbereich

Tritt aufgrund einer Fehlfunktion der Nerven eine Neuralgie am Zahn auf, kann dies eine Folge von Nervenverletzungen bei der Zahnbehandlung, bei chirurgischen Eingriffen oder bei Unfällen sein. Wurzelkanalbehandlungen, Zahnextraktionen oder die Entfernung von Zahnstein lösen in einigen Fällen noch Wochen oder Monate später Beschwerden wie Taubheit, Brennen, Kribbeln, Zahnschmerzen oder Überempfindlichkeit aus. Oftmals ist jedoch auch der Trigeminusnerv der Auslöser für Nervenschmerz am Zahn. Der Trigeminusnerv ist unter anderem für die sensible Versorgung des Gesichts und der Zähne verantwortlich. Eine Erkrankung dieses Nervs äußert sich durch blitzartige, elektrisierende, einseitige Schmerzattacken, die bereits durch Zähneputzen, Essen oder leichte Berührungen des Gesichts ausgelöst werden. Meist besteht zwischen diesen Attacken völlige Schmerzfreiheit. Zum Teil betreffen die Nervenschmerzen nur einige Zähne, wodurch sie sich nur schwer von normalen Zahnschmerzen unterscheiden lassen. Die Diagnose gestaltet sich besonders in der Anfangsphase schwierig, da sich die Beschwerden nicht nur durch Nervenschmerzen im Zahn, sondern auch durch weitere Symptome äußern können. Lässt sich eine eindeutige Ursache für die Schmerzattacken nachweisen, ist von einer symptomatischen Trigeminusneuralgie die Rede. Auslöser hierfür sind beispielsweise:

  • Multiple Sklerose und andere Entmarkungskrankheiten,
  • Gehirntumore,
  • Schlaganfälle,
  • Gefäßmissbildungen im Bereich des Hirnstamms

Kann kein Grund für die Nervenschmerzen im Gesicht und an den Zähnen gefunden werden, handelt es sich um die sogenannte klassische Trigeminusneuralgie. Vermutet wird, dass die Ursache für den Schmerz in einem direkten Kontakt zwischen dem Trigeminusnerv und einem Blutgefäß liegt. Dieser unmittelbare Kontakt und der damit verbundene Druck des Gefäßes auf den Nerv lösen unter anderem die Nervenschmerzen des Zahns aus.

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Behandlung von Zahnnervschmerzen infolge einer Trigeminusneuralgie

Für die Therapie der Trigeminusneuralgie, die am Zahn Nervenschmerzen verursacht, kommen Medikamente oder ein chirurgischer Eingriff infrage. Die klassische Form dieser Erkrankung wird hauptsächlich durch die Gabe von Arzneimitteln behandelt. Nur wenn diese versagen oder nicht tolerierbare Nebenwirkungen auftreten, wird eine Operation in Erwägung gezogen. Bei der systematischen Trigeminusneuralgie hängt die Wahl der Behandlungsform von der jeweiligen Ursache ab. Wenn es sich bei den Zahnschmerzen um Nervenschmerzen handelt, sind herkömmliche Schmerzmedikamente wie Diclofenac oder Ibuprofen meist wirkungslos.

Zudem entfalten sie ihre Wirkung erst nach circa einer halben Stunde und eignen sich damit nicht zur Linderung von Schmerzattacken, die bei der Trigeminusneuralgie ohne Vorwarnung zu jeder beliebigen Zeit auftreten können. Zur Anwendung kommt daher in der Regel eine vorbeugende Dauertherapie, beispielsweise mit Medikamenten, die normalerweise bei Epilepsie eingesetzt werden, aber auch eine schmerzlindernde Wirkung bei Nervenschmerzen zeigen. Hilft auch das nicht, kann ebenfalls eine Operation notwendig sein. Dafür gibt es drei verschiedene Methoden:

  1. die klassische Operationsmethode (mikrovaskuläre Dekompression nach Jannetta)
  2. die perkutane Thermokoagulation (für Menschen mit höherem Operationsrisiko)
  3. das radiochirurgische Verfahren (einmalige Bestrahlung des Trigeminusnervs mit hohen Strahlendosen ohne operative Eröffnung des Schädels)
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Dosierung und Aufnahme der Medikamente bei Neuralgie Zahnschmerzen

Sind die Zähne von Nervenschmerzen durch eine Trigeminusneuralgie betroffen, helfen weder Rotlicht noch Zäpfchen, Salben oder andere herkömmliche Schmerzmittel. Eine allgemeingültige Behandlung gibt es nicht. Die verordneten Arzneimittel werden individuell auf den Patienten abgestimmt. Dieser muss sie genau nach Plan und in der vorgegebenen Menge einnehmen, damit sie wirken können. Die Betroffenen sollten die Medikamente auch nach längerer Schmerzfreiheit nicht einfach ohne Rücksprache mit dem Arzt absetzen. Meist ist es nötig, die Dosis langsam zu verringern, um gefährliche Nebenwirkungen und Gegenreaktionen des Körpers zu vermeiden.

Folgen einer Nichtbehandlung von Nervenschmerzen an den Zähnen

Da die Schmerzen an den Zähnen zu Beginn meist noch nicht so stark sind, versuchen viele Menschen, diesen Zustand einfach auszusitzen. Häufig werden hinter den Beschwerden normale Zahnprobleme vermutet und die Angst vor dem Zahnarzt lässt die Betroffenen oft lieber zu Schmerzmitteln greifen, anstatt die Ursache abklären zu lassen. Immer wieder auftretende Schmerzen können jedoch die Lebensqualität extrem beeinträchtigen und bei entsprechend veranlagten Patienten sogar zu Depressionen führen. Die zum Teil massive unkontrollierte Einnahme von Schmerzmedikamenten kann darüber hinaus Organschäden, beispielsweise an den Nieren oder der Leber, nach sich ziehen.

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