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Nervenschmerzen Rippen (Neuralgie) | Ursachen & Behandlung

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2016 17:36:44
Nervenschmerzen Rippen (Neuralgie) | Ursachen & Behandlung

Nervenschmerzen, fachsprachlich auch Neuralgien genannt, treten im Versorgungsgebiet eines Nervs auf. Grundsätzlich kann jeder Nerv des Körpers durch Reizung oder Schädigung neuralgische Schmerzen verursachen. Besonders häufig sind jedoch Nervenschmerzen zwischen den Rippen, also eine Neuralgie des Rippenbogens. Mediziner bezeichnen diese auch als Interkostalneuralgie. Als Ursache der Nervenschmerzen der Rippen kommen verschiedene Erkrankungen und Auslöser infrage. Die Behandlungsmethoden richten sich daher immer auch nach der zugrunde liegenden Vorerkrankung.

Neuralgie der Rippen: Entstehung und Symptome

Jeder Mensch besitzt zwölf Rippenpaare. Dazwischen verlaufen die Zwischenrippennerven, auch Interkostalnerven genannt. Elf dieser Nerven finden sich auf jeder Körperseite, wobei sie von der Brustwirbelsäule aus gürtelförmig zwischen den Rippen verlaufen. Eine Neuralgie des Rippenbogens betrifft meist zwei benachbarte Nervenbahnen und verursacht länger anhaltende ziehende, stechende, oft messerscharfe Schmerzen im Brustkorb und beim Atmen. Oft sind die Symptome so massiv, dass Patienten von weitaus schlimmeren Erkrankungen wie Lungenkrebs oder gar einem Herzinfarkt ausgehen.

Schon geringe Irritationen, wie beispielsweise bei Frauen ein zu enger BH-Verschluss, können Nervenschmerzen zwischen den Rippen auslösen. Die Schmerzen lassen sich gut lokalisieren und können durch Husten, Druck oder Bewegung verstärkt werden. Zusätzlich zu den Nervenschmerzen der Rippen können auch Muskelverspannungen, Gefühlsstörungen oder Missempfindungen (sogenannte Parästhesien) in den betroffenen Nervenregionen auftreten. Die Entstehungsgründe einer Interkostalneuralgie können vielfältiger Art sein.

Mögliche Ursachen einer Neuralgie der Rippen:

  1. Wirbelsäulenerkrankungen: Degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule können zu einer Reizung der Interkostalnerven führen. Mögliche Krankheiten sind beispielsweise eine Spondylitis (Wirbelsäulenentzündung), Osteochondrose (Knochen- und Knorpeldegenerationen) oder Tumoren der Wirbelsäule.
  2. Veränderungen an den Rippen: Frakturen (Knochenbrüche) eine Pleuritis (Rippenfellentzündung) oder eine Periostitis (Knochenfellentzündung) können Nervenschmerzen im Rippenbereich hervorrufen.
  3. Herpes Zoster: Auch nach einer abgeheilten Gürtelrose können Nervenschmerzen bestehen bleiben.
  4. Erkrankungen von Rückenmark oder Nervenwurzelirritationen
  5. Myogelosen: Verhärtungen der Muskulatur, die häufig Schonhaltungen und dadurch Haltungsfehler verursachen. Durch Druck auf Nerven entstehen Schmerzen.
  6. Erkrankungen der Lunge wie eine Pneumonie (Lungenentzündung) oder Tuberkulose
  7. In seltenen Fällen können auch Herzerkrankungen, Magenbeschwerden, Erkrankungen von Leber oder Gallenblase wie auch eine angeborene Verengung der Hauptschlagader (Aortenisthmusstenose) Interkostalneuralgien hervorrufen.

Gleich bleibt allen Auslösern der Nervenschmerzen: Sie reizen oder schädigen in irgendeiner Form die Interkostalnerven, sodass diese mit den oben genannten Symptomen reagieren.

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Nervenschmerzen der Rippen richtig behandeln

Um eine Neuralgie der Rippen richtig behandeln zu können, ist als Erstes eine umfassende Untersuchung nötig, um eine differenzierte Diagnose stellen zu können. Da sehr viele Krankheiten als Auslöser infrage kommen, kann es einige Zeit dauern, bis der Entstehungsgrund der Nervenschmerzen gefunden wird. Die Diagnosestellung erfolgt meist durch das Aufsuchen typischer Druckpunkte, die mit Schmerz reagieren. Der Schmerz ist dabei lokal begrenzt und kann durch eine Veränderung der Druckintensität oder der Lage beeinflusst werden.

Bleibt der Befund trotzdem unklar, kommen Methoden wie Ultraschall, Röntgen, EKG, MRT oder CT zum Einsatz. Nach der Diagnose folgt dann eine kausale Therapie, das heißt, es wird versucht, die Ursachen der Nervenschmerzen zu beheben. Nicht in allen Fällen kann allerdings der Auslöser der Nervenschmerzen gefunden werden. Dann erfolgt eine symptomatische Therapie.

Therapiemöglichkeiten bei Nervenschmerzen zwischen den Rippen:

  • Schmerzmittel wie Antidepressiva oder Antiepileptika, die eine Überreizung der Nervenfasern verhindern und dadurch Schmerzen reduzieren. In sehr schweren Fällen Opioide.
  • Operationen, die eine Druckbelastung auf den Nerv reduzieren.
  • Physiotherapie und Massagen, die verspannte Muskulatur lockert und Haltungsfehler korrigiert.
  • Betäubung des Nervs mit Lokalanästhetika.

Häufig werden verschiedene Behandlungsmethoden kombiniert, um eine Schmerzfreiheit des Patienten zu erreichen.

Tipps rund um Nervenschmerzen der Rippen

Gibt es Risiken bei einer Neuralgie des Rippenbogens?

Je nach Grunderkrankung können die Folgen und Risiken von Nervenschmerzen im Rippenbereich natürlich unterschiedlich ausgeprägt sein. An sich ist eine Interkostalneuralgie zwar eine sehr schmerzhafte und unangenehme Krankheit, aber trotzdem nicht lebensbedrohlich. Absolute Priorität sollte eine frühzeitige Behandlung der Nervenschmerzen haben, damit diese nicht chronisch werden und der Körper kein Schmerzgedächtnis ausbildet. Kommt es nämlich zur Ausbildung eines solchen, können die Schmerzen weiter bestehen, obwohl die Ursachen schon lange beseitigt wurden. Da Nervenschmerzen grundsätzlich die Lebensqualität stark einschränken können, ist es sinnvoll, bei Anzeichen depressiver Verstimmungen psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Unbehandelt können Depressionen die komplette Lebensfreude rauben und zu Suizidgedanken führen.

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