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Sind Nervenschmerzen psychisch bedingt?

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2016 17:38:40
Sind Nervenschmerzen psychisch bedingt?

Nervenschmerzen können viele unterschiedliche Ursachen haben. Neben der körperlichen oder somatischen Ebene ist auch die Psyche des Patienten von großer Bedeutung. So drücken sich seelische Belastungen oder psychische Erkrankungen nicht selten in körperlichen Beschwerden aus. Mediziner sprechen von psychosomatischen Krankheitsbildern und psychogenem Schmerz, beziehungsweise von Nervenschmerzen auf psychischer Grundlage. Im Zusammenhang mit Schmerzen spielt die Psyche außerdem eine bedeutende Rolle, wenn es um die Verstärkung oder Bewältigung der Beschwerden geht.

In welcher Form treten Nervenschmerzen psychischen Ursprungs auf?

Die Patienten erleben Nervenschmerzen auf psychisch bedingter Grundlage eventuell als sehr dramatisch und beängstigend. Sie beschreiben ihre Symptome häufig bildlich mit Worten wie „Messer im Bauch“ oder „Brennen wie Feuer“. Sämtliche Organsysteme können von den Schmerzen betroffen sein. Kopf, Bauch und Rücken führen die Statistik an.

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Wie verursacht die Psyche Schmerzen?        

Die menschliche Psyche ist vielschichtig. Bewusstsein und Unterbewusstsein gehen fließend ineinander über. Seelische Probleme, die nur ungenügend bearbeitet wurden, suchen sich einen anderen Weg der Entlastung. Über die Bahnen des vegetativen Nervensystems, das unter anderem Herzschlag und Muskelspannung steuert, finden die negativen Gefühle einen Weg in den Körper. Extreme Anspannung der Muskulatur kann Schmerzen verursachen. Jeder Patient empfindet Nervenschmerzen auf psychisch bedingter Basis anders. Steht dem Nervensystem kein unmittelbar ausgelöster körperlicher Schmerz zur Verfügung, bedient es sich zum Beispiel im Schmerzzentrum des Gehirns und setzt in der Vergangenheit bereits erlebte Schmerzen ein.

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Wie werden die Schmerzen behandelt?

Macht die Diagnostik deutlich, dass die vorliegenden Nervenschmerzen psychisch bedingt sind, steht ein multimodales (aus mehreren Komponenten bestehendes) Behandlungskonzept zur Verfügung. Je eher mit der Therapie begonnen werden kann, desto mehr profitiert der Betroffene. Ein grundlegender Pfeiler der Therapie ist das Erlernen von Entspannung. Eine weitere Komponente stellt die medizinische Schmerzbehandlung dar. Medikamentös lässt sich der Schmerzkreislauf so zunächst durchbrechen.

Um der eigentlichen Ursache der Schmerzen auf den Grund zu gehen, wird die Psychotherapie als dritte Komponente eingesetzt. Der Patient erhält über einen längeren Zeitraum Einzelgespräche mit einem erfahrenen Schmerztherapeuten sowie Gruppensitzungen. Patienten, die an Nervenschmerzen auf psychisch bedingter Grundlage leiden, haben meist einen langen Therapieweg vor sich. Besonders bei Schmerzen des Bewegungsapparates ist es wichtig, die Patienten nicht in einem vermeidenden Umgang mit der Problematik verharren zu lassen. Die Bewältigung des Schmerzes durch den aktiv beteiligten Patienten ist ein grundlegender Aspekt der Therapie. Hier findet die Physiotherapie (Krankengymnastik) ihre Anwendung.

Wie sieht die Prognose aus, wenn Nervenschmerzen als psychisch motiviert eingeordnet werden?

Ein wichtiger Gesichtspunkt bei Nervenschmerzen psychischen Ursprungs ist der Teufelskreis der Schmerzverstärkung. Auch primär körperlich verursachte Nervenschmerzen wirken sich negativ auf die Psyche aus. Ein eher depressiver Gemütszustand provoziert seinerseits in vielen Fällen Schmerzen oder erhält bestehende Symptome aufrecht. So werden aus akuten Zuständen chronische Erkrankungen. Liegt bei einem Schmerzpatienten eine psychische Grunderkrankung vor, ist die Gefahr der Chronifizierung der Schmerzen ebenfalls gegeben. Ein frühes psychologisches Screening bei Schmerzpatienten verhilft zu einer raschen Diagnosestellung. Dieser Punkt ist für die Betroffenen sehr wichtig. Denn sind die Nervenschmerzen psychisch bedingt oder verstärkt, beeinflusst ein frühzeitiger Beginn der Therapie die Prognose positiv.

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