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Nervenschmerzen - Psychisch bedingt? | Infos & Behandlung

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2016 17:39:57
Nervenschmerzen - Psychisch bedingt? | Infos & Behandlung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung geht davon aus, dass in Deutschland etwa vier Millionen Menschen unter dauerhaft anhaltenden, chronischen Schmerzen leiden. Im Folgenden soll der aktuelle Forschungsstand zur Entstehung von Dauerschmerzen vorgestellt werden. In diesem Artikel wird besonderes Augenmerk auf den Einfluss der Psyche bei Nervenschmerzen gelegt, sowie auf bewährte Strategien, die einen Beitrag dazu leisten können, das Chronisch-werden derartiger Beschwerden abzuwenden.

Medizinische Fakten

Bei Schmerzen handelt es sich um eine Sinneswahrnehmung, die im menschlichen Körper eine Schutzfunktion erfüllt: sie dient der Vermeidung schädlicher Reize wie Hitze oder Verletzungen und kommt besonders bei Säugetieren, deren Schmerzempfinden hoch entwickelt ist, einem Frühwarnsystem gleich. Darüber hinaus können Schmerzen durch krankhafte Veränderungen wie mangelnde Durchblutung (Ischämie) oder Entzündungen (Inflammation) hervorgerufen werden. Die Einteilung der verschiedenen Arten von Schmerzen kann unter den verschiedensten Gesichtspunkten erfolgen, so zum Beispiel nach der Lokalisation (z.B. Kopf, Rücken, Bauch, etc), der Qualität (stechend, brennend, dumpf, etc.), der Dauer (kurzzeitig bzw. akut oder lang anhaltend bzw. chronisch) oder den Begleitumständen (z.B. Ruhe, Belastung, Bewegung). Beim Nervenschmerz handelt es sich um ein Phänomen, welches auf die direkte Schädigung von sensiblen Nervenfasern zurückgeht. Diese Schädigung kann einerseits bewirken, dass selbst leichte Berührung als elektrisierender Schmerz empfunden wird (Allodynie) oder dass leichte Schmerzreize unverhältnismäßig stark erscheinen (Hyperalgesie). Meist bestehen diese Schmerzen dauerhaft und werden durch psychische Anspannung verstärkt oder gar verursacht.

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Biologischer Zusammenhang

Beim Schmerzempfinden handelt es sich um eine komplexe Sinnesempfindung, die auf die Reizung spezieller Rezeptoren unseres Körpers (Nozizeptoren) zurückgeht. Diese Rezeptoren reagieren nicht nur auf Hitze und Kälte (thermische Reize), sondern auch auf Druck oder Zug (mechanische Reize) sowie auf Entzündungen oder Säuren (chemische Reize). Das Signal der Schmerzrezeptoren wird über die peripheren Nerven des Körpers an das Rückenmarkt gleitet und gelangt von dort in einen speziellen Teil des Zwischenhirns, dem Thalamus. Erst auf dieser Stufe wird die Sinneswahrnehmung Schmerz bewusst wahrgenommen und an weitere Zentren des Gehirns geleitet, in denen sie weiterverarbeitet wird. Wie ein Experiment der Universität von Michigan an vierzig Probanden zeigte, werden starke negative Emotionen und physische Schmerzen durch identische, dem Zwischenhirn nachgeschaltete Hirnareale verarbeitet: nach Intensität beispielsweise durch einen Bereich der Hirnrinde über den Schläfen  (insulärer Kortex) und nach Qualität durch ein Rindenfeld im Scheitelbereich  (sensomotorischen Kortex).

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Behandlung & Tipps

Wie aus der Betrachtung des biologischen Zusammenhangs ersichtlich wurde, kann Nervenschmerz auf psychische Ursachen zurückgehen. In diesem Fall empfiehlt es sich, den Beschwerden durch die Vermeidung bzw. die Beseitigung psychischer Stressfaktoren im Alltag zu begegnen. Zumal es möglich ist, dass sich psychogener Nervenschmerz in schwierigen Lebenssituationen als Ausdruck von überwältigender Trauer oder Frustration manifestiert, kann auch eine Gesprächtherapie mit einem Psychologen zielführend sein. Darüber hinaus können gezielte Entspannungstechniken wie zum Beispiel die progressive Muskelentspannung nach Jacobson Beschwerdefreiheit herbeiführen, weil sich innere Anspannung in vielen Fällen anhand verspannter Muskelgruppen körperlich niederschlägt. Beim lang anhaltendem Schmerz handelt ws sich um ein komplexes Symptom, welches sich aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren ergibt. Neben der psychischen Komponente gilt es daher auch in Zusammenarbeit mit Spezialisten mögliche körperliche Ursachen für das Schmerzgeschehen auszuschließen bzw. eine verantwortliche Grunderkrankung adäquat zu therapieren.

Quellen

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die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem approbierten Arzt.