Tipps

Nervenschmerzen nach Gürtelrose | Behandlung & Tipps

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2016 17:42:50
Nervenschmerzen nach Gürtelrose | Behandlung & Tipps

Abgeschlagenheit, allgemeines Unwohlsein, erhöhte Körpertemperatur und schließlich starke Schmerzen in spezifischen Köperarealen mit Bläschenbildung – so äußert sich eine Gürtelrose. Wer denkt, dass die Krankheit mit den richtigen Medikamenten und einer angemessenen Ruhezeit folgenlos ausheilt, wird jedoch manchmal enttäuscht: Nicht selten entstehen nach der Gürtelrose Nervenschmerzen, die den Betroffenen das Leben schwer machen. Um die sogenannte Post-Zoster-Neuralgie in den Griff zu bekommen, ist ein möglichst früher Behandlungsbeginn vonnöten.

Nervenschmerzen bei Gürtelrose: Entstehung und Ursache

Jeder Mensch, der einmal an Windpocken erkrankt ist, trägt fortan das potenzielle Risiko einer Gürtelrosenerkrankung in sich. Denn durch die Infektion mit Windpocken hat sich der Varizella-Zoster-Virus im Körper entlang der Nervenbahnen eingenistet und verharrt dort im inaktiven Zustand. Bei schwachem Immunsystem kann dann eine Gürtelrose ausbrechen. Anders als die Windpocken befällt diese nicht den ganzen Körper, sondern konzentriert die Bläschenbildung meist gürtelförmig auf den Bereich rund um Rumpf und Rücken. Allerdings sind auch andere Verlaufsmuster, etwa im Gesicht, möglich, je nachdem welche Nervenbahn mit den Herpes-Viren befallen ist.

Schon während der Krankheit können Nervenschmerzen bei einer Gürtelrose ausbrechen und auch nach dem Abheilen der Bläschen ist es möglich, dass eine Neuralgie nach der Gürtelrose bestehen bleibt. Diese Post-Zoster-Neuralgie ist durchaus keine Seltenheit, bis zu 30 Prozent der Gürtelrose-Patienten sind davon betroffen. Wenn die Nervenschmerzen nach einer Gürtelrose nach vier Wochen immer noch bestehen oder wieder auftreten, liegt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine postzosterische Neuralgie vor. Folgende Symptome sind bei einer Neuralgie nach der Gürtelrose typisch:

  1. starke Berührungsschmerzen, teilweise mit Taubheitsgefühl, die flächig ausstrahlen
  2. brennende, stechende oder bohrende Dauerschmerzen
  3. kurze, aber sehr heftige Schmerzattacken, teilweise auch länger anhaltend
  4. Verstärkung der Schmerzen in psychischen Belastungssituationen

Ursache dieser Nervenschmerzen sind noch aktive Varizella-Zoster-Viren, die auch nach Abklingen der Gürtelrose weiter in den Nervenzellen verharren. Dort stören sie die Reizübertragung und verursachen damit die Beschwerden.

Anzeige

Nervenschmerzen nach einer Gürtelrose richtig behandeln

Um Nervenschmerzen wegen einer Gürtelrose dauerhaft loszuwerden, ist es besonders wichtig, frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen. Ist die Gürtelrose noch aktiv, wird der Arzt sofort eine antivirale Therapie verordnen, um die aktiven Viren zu bekämpfen. Ist das aktive Stadium der Gürtelrose bereits abgeheilt, gibt es verschiedene Arten von Kombinationstherapien, um die Post-Zoster-Neuralgie zu bekämpfen. Je nach individuellem Krankheitsbild des Patienten können lokale Behandlungen, schmerzhemmende Therapieformen oder auch Akupunktur zum Einsatz kommen. Auch die Verordnung von Antidepressiva kann Abhilfe schaffen. Diese können Schmerzen abschwächen, indem sie die leitenden Nerven weniger empfindlich machen. Eine ähnliche Wirkung weisen auch Antiepileptika auf.

Folgende Präparate werden zur Behandlung einer postzosterische Neuralgie eingesetzt:

  • Virostatika wie zum Beispiel Aciclovir
  • Antiepileptika und Neuroleptika
  • Aspirin und Capsaicin
  • Antidepressiva
  • Antidepressivum und Analgetikum
  • Neuroleptikum und Analgetikum
  • Opioid (in Langzeitbehandlung)

Da die andauernde Schmerzbelastung auch die Psyche angreift, kann in manchen Fällen eine begleitende Psychotherapie sinnvoll sein.

Anzeige

Risiken und Folgen von Gürtelrose und Nervenschmerzen

In zwei Drittel aller Fälle heilt eine Gürtelrose selbst ohne Behandlung folgenlos ab. Sollten aber Nervenschmerzen durch die Gürtelrose zurückbleiben, ist der Besuch eines Arztes unumgänglich, um chronische Beschwerden zu vermeiden. Besonders betroffen sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, also etwa alte Leute, Aids-Patienten oder Menschen mit Diabetes. Auch Verlaufsformen, die das Gesicht betreffen, sind gezielt zu beobachten, da Augen oder Ohren in Mitleidenschaft gezogen werden können. In absoluten Ausnahmefällen ist eine lebensbedrohliche Ausbreitung der Gürtelrose auf den gesamten Körper einschließlich der inneren Organe möglich. Dann spricht man von einem Zoster generalisatus.
 

Weiterlesen

Service

Anzeige
Apotheke
finden
oder
Kaufen Sie Keltican forte bei in einer Apotheke in Ihrer Nähe
Liebe Leser,
die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem approbierten Arzt.