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Nervenschmerzen lindern (Neuralgie) | Hilfe & Tipps

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2016 17:46:46
Nervenschmerzen lindern (Neuralgie) | Hilfe & Tipps

In Deutschland gibt es Schätzungen zufolge etwa acht Millionen chronische Schmerzpatienten. Jeder Vierte von ihnen wird von Nervenschmerzen, fachsprachlich auch Neuralgien genannt, geplagt. Da es verschiedene Formen und Ursachen von Neuralgien gibt, werden unterschiedliche Behandlungsmethoden angewandt, um die Nervenschmerzen zu lindern.

Arten von Neuralgien und ihre Ursachen

Nervenschmerzen lindern gelingt nur, wenn man Art und Ursache des Schmerzes kennt. Unter Neuralgien versteht man plötzlich auftretende Schmerzen, die wie ein Stromschlag wirken und oft hundertmal am Tag auftreten können. Sehr häufig treten diese Schmerzen ohne eine morphologische Schädigung der Nerven auf, weshalb sie auch als Nervenirritationen bezeichnet werden. Als Ursache kommen Entzündungen, Narben, Gewebewucherungen oder eine übermäßige Druckausübung infrage. Eine Neuralgie ist üblicherweise auf die Umgebung eines bestimmten Nervs beschränkt und wird nach dem Nerv benannt, in dessen Ausbreitungsgebiet die Schmerzen auftreten. Um die Nervenschmerzen zu lindern, muss der Arzt die Art der Neuralgie festlegen.

Häufige Erscheinungsformen von Neuralgien:

  • Trigeminusneuralgie: Betrifft den Trigeminusnerv an der Rückseite des Kopfes und äußert sich in heftigen Attacken des Gesichtsschmerzes.
  • Interkostalneuralgie: Durch Entzündungen oder Brüche entstehen ziehende, oft lang anhaltende Schmerzen im Bereich zwischen den Rippen.
  • Postzosterneuralgie: Nach einer Gürtelrose schmerzen und brennen die abgeheilten Hautareale weiterhin, vor allem bei Berührung.
  • Ischiasneuralgie: bis ins Bein ausstrahlende Schmerzen durch einen gereizten Hüftnerv.
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Nervenschmerzen lindern – mögliche Therapieformen

Die Therapie, um Nervenschmerzen zu lindern, richtet sich nach den Anforderungen der zugrunde liegenden Erkrankung. Ist etwa bei einer Trigeminusneuralgie ein bedrängter Nerv die Ursache des Übels, muss dieser von der Druckbelastung befreit werden. Dazu stehen verschiedene operative Verfahren zur Auswahl. Entstehen bei einem Diabetes mellitus aufgrund der hohen Blutzuckerkonzentration Nervenschädigungen, müssen als Erstes die Zuckerwerte optimal eingestellt werden. Bei einer Gürtelrose hingegen ist es wichtig, möglichst sofort bei Beginn antivirale Medikamente zu verabreichen, um den entstehenden Schaden von Anfang an einzudämmen. Grundsätzlich wird der Arzt versuchen, die Neuralgie mit einer medikamentösen Therapie in den Griff zu bekommen. Medikamente, die Nervenschmerzen lindern:

  1. Antiepileptika: Verhindern eine Überreizung der geschädigten Nervenbahnen.
  2. Antidepressiva: Wirken schmerzlindernd, geringere Dosierung als bei Depressiven.
  3. Opioide: Hemmt die Nervenzellen und verringert die Erregbarkeit der Nervenfasern.

Zur Verbesserung der Schmerzbewältigung bieten sich begleitende psychologische und physiotherapeutische Verfahren an. Im Idealfall erfolgt die Behandlung der Nervenschmerzen durch ein multimodales Konzept, das heißt, die verschiedenen Therapiemöglichkeiten werden kombiniert, um optimale Ergebnisse zu erreichen.

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Nervenschmerzen lindern für mehr Lebensfreude

Neuralgien können die Lebensqualität der Betroffenen sehr stark einschränken. Depressionen bis hin zu Suizidgedanken sind keine Seltenheit. Daher ist es wichtig, möglichst früh mit der neuralgischen Schmerztherapie zu beginnen. Durch eine Schmerzlinderung bereits in der Akutphase der Erkrankung lässt sich oftmals verhindern, dass neuralgische Schmerzen chronisch werden. Zusätzlich wird die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses unterbunden.

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die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem approbierten Arzt.