Tipps

Nervenschmerzen in der Hand (Neuralgie) | Ursachen & Behandlung

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2016 17:48:33
Nervenschmerzen in der Hand (Neuralgie) | Ursachen & Behandlung

Wie oft die Hände und Finger im Alltag gebraucht und bewegt werden, fällt erst dann richtig auf, wenn dies plötzlich nur noch eingeschränkt und unter Schmerzen möglich ist. Zu den wichtigsten Auslösern für Probleme mit den menschlichen Greiforganen zählen Nervenschmerzen in der Hand, denen wiederum verschiedene Ursachen zugrunde liegen.

Ursachen für Nervenschmerzen in den Händen

Nervenschmerzen können die Hand selbst betreffen, aber auch bis in den Arm und die Schulter ausstrahlen. Sie gehören neben Muskel-, Gelenk- und Knochenbeschwerden, Rheuma und Durchblutungsstörungen zu den häufigsten Gründen für Handschmerzen. Die verbreitetsten Neuralgien der Hand sind das Karpaltunnel-Syndrom, das Wartenberg-Syndrom und Polyneuropathien. Beim Karpaltunnel-Syndrom (http://www.nervenschmerz-ratgeber.de/ursachen/nervenschmerzen-mechanische-ursachen/), das vor allem bei manuell stark belasteten Personen auftritt, ist der Mittelarmnerv derart komprimiert, dass er nicht mehr in der Lage ist, die Impulse richtig zu verarbeiten. Seltener verursacht eine Fettgewebsgeschwulst, ein Überbein (Ganglion) oder ein Nerventumor im Karpalkanal die Schmerzen im Bereich der Hände. Die Erkrankung äußert sich durch brennende Nervenschmerzen in der Hand und am angrenzenden Unterarm. Ein Abbau der Muskulatur führt zudem längerfristig zu einem Funktionsverlust.

Des Weiteren treten Empfindungsstörungen auf wie:

  1. Kribbeln
  2. Taubheit
  3. Kälteempfindungen

Beim Wartenberg-Syndrom führt ein auf dem Handrücken befindlicher Nerv zu Schmerzen im Handrücken und im Daumen. Empfindungs- und Sensibilitätsstörungen sind ebenfalls häufig Teil des Krankheitsbildes. Zu dieser Neuralgie in der Hand kann auch eine Polyneuropathie führen. Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, die sich sowohl auf sensible als auch auf motorische Nerven auswirkt.

Anzeige

Behandlungsmöglichkeiten bei Nervenschmerzen an der Hand

Welche Therapiemöglichkeit bei Nervenschmerzen in den Händen zur Anwendung kommt, hängt grundsätzlich von der jeweiligen Ursache ab. Daher sollten die Gründe für länger anhaltende Beschwerden durch einen Arzt abgeklärt werden. Schon durch eine ausführliche Befragung lassen sich erste diagnostische Schlüsse ziehen. Folgende Angaben sind hierbei wichtig:

  • Wie lange besteht der Schmerz bereits?
  • Wo genau tritt der Schmerz auf?
  • Unterlagen die Hände einer Fehlbelastung?

Eine eingehendere Untersuchung, zu der unter anderem auch spezielle Bewegungstests gehören, helfen ebenso bei der Diagnose wie Röntgenaufnahmen. In einigen Fällen ist es nötig, dem Auslöser für die Nervenschmerzen in der Hand mittels Arthroskopie auf die Spur zu kommen. Wurde ein Karpaltunnel-Syndrom diagnostiziert, kann bei leichter Ausprägung der Nervenschmerzen an der Hand schon etwas Schonung zur Genesung führen. Gegen die Schmerzen im Arm hilft das Tragen einer Handgelenksschiene während der Nacht. Oftmals ist jedoch eine Operation erforderlich, bei welcher der Nerv freigelegt und dadurch entlastet wird. Auch beim Wartenberg-Syndrom erfolgt zunächst eine Ruhigstellung. Bringt dies keine Besserung, ist ebenfalls ein chirurgischer Eingriff zur Freilegung und Druckentlastung des Nervs nötig. Die Behandlungsmöglichkeiten im Fall einer Polyneuropathie richten sich gleichfalls nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei immun bedingten Erkrankungen wie der Panarteriitis nodosa (Kussmaul-Maier-Krankheit), dem Guillain-Barré-Syndrom oder der rheumatischen Arthritis liegt der Schwerpunkt auf immun unterdrückenden Therapien mit Medikamenten wie Azathioprin oder Cortison. Handelt es sich um eine diabetische Polyneuropathie, ist die effektive Kontrolle des Stoffwechsels durch Gewichtsverringerung, die Einnahme von Arzneimitteln oder die Gabe von Insulin erforderlich. Tritt die Polyneuropathie aufgrund einer Vergiftung auf, steht das Ausschwemmen des Giftstoffes an oberster Stelle. Ist eine andere Grunderkrankung wie ein Tumor oder eine Nierenschädigung die Ursache, erfolgt die Behandlung automatisch durch die Therapie des jeweiligen Auslösers. Bei Alkoholismus hilft eine strikte Alkoholabstinenz, begleitet von der Einnahme von Vitamin-B1-Präparaten.

Tipps rund um Nervenschmerzen der Hand

Anzeige

Welche Folgen drohen bei Nichtbehandlung von Neuralgien in der Hand?

Nervenschmerzen in den Händen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wird beispielsweise beim Karpaltunnel-Syndrom die Behandlung zu lange hinausgezögert, kann eine Schwächung des Daumens, dessen Fehlstellung sowie lokaler Muskelschwund zurückbleiben. Im Extremfall kommt es zu einem nicht wiederherstellbaren Funktionsausfall. Erfolgt die Druckentlastung rechtzeitig, sind die Heilungschancen hingegen sehr gut. In fortgeschritteneren Fällen dauert es allerdings bis zu zwei Jahre bis zur Rückkehr der Nervenfunktionen. Da sich die Narbe im Bereich der Beugefalte des Handgelenks befindet, treten oftmals Narbenbeschwerden und eine zu Anfang etwas verdickte Narbe auf. Dies ist durch die Narbendehnung infolge der Aktivität der Hand bedingt und hat auf den Heilungsprozess keinen negativen Einfluss.

Weiterlesen

Service

Anzeige
Apotheke
finden
oder
Kaufen Sie Keltican forte bei in einer Apotheke in Ihrer Nähe
Liebe Leser,
die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem approbierten Arzt.