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Nervenschmerzen im Unterleib (Neuralgie) | Ursachen & Behandlung

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2016 17:49:09
Nervenschmerzen im Unterleib (Neuralgie) | Ursachen & Behandlung

Akute oder chronische Schmerzen im Unterleib sind oftmals Ausdruck von Darmproblemen im Bereich des Beckens. Zum Teil strahlen jedoch auch Gallenstörungen und Magenerkrankungen in diese Region aus. Darüber hinaus können auch Störungen der dort befindlichen Nerven heftige Unterleibsschmerzen verursachen.

Was sind die Auslöser für Nervenschmerzen im Unterleib?

Neuropathische Schmerzen im Unterleib treten beispielsweise aufgrund einer interstitiellen Zystitis auf. Hierbei handelt es sich um eine chronische, nicht bakterielle Entzündung der Blasenwand, die von sehr häufigem, nicht kontrollierbarem Harndrang geprägt ist. Die Betroffenen müssen oft dreißig Mal und mehr am Tag zur Toilette, verspüren jedoch nur kurze Zeit Erleichterung. Sie leiden unter heftigsten Schmerzen, die als spitz, scharf und stechend beschrieben werden und in Beckenboden, Darm, Genitalien oder den ganzen Unterleib ausstrahlen. Betrifft der Schmerz den Genitalbereich und die Dammregion, könnte die Ursache eine Pudendus-Neuralgie sein. Diese wird durch entzündliche oder mechanische Schädigung des Nervus Pudendus im Bereich des Beckens ausgelöst, beispielsweise durch Kompression. Männer empfinden dabei Nervenschmerzen zwischen Hodensack und After, vereinzelt auch am Penis, Frauen insbesondere am Anus und am äußeren unteren Rand der Vagina. Die Betroffenen beschreiben den Schmerz meist als brennend, stechend, in einigen Fällen auch als dumpf drückend.

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Wie werden Nervenschmerzen im Unterleib behandelt?

Die Therapie der neuropathischen Schmerzen im Unterleib richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Vielen Patienten mit Pudendus-Neuralgie hilft das direkte Einspritzen von Kortison in den Nervenkanal. Die Wirkung hält jedoch oft nur einige Wochen an. Eine medikamentöse Therapie mit trizyklischen Antidepressiva bietet sich ebenfalls an. Diese zeigen bereits in niedriger Dosierung eine gute Wirksamkeit gegen die Nervenschmerzen. Gute Erfolge lassen sich auch mit Antiepileptika erzielen. Ebenso möglich ist die Behandlung dieser Krankheit mit der sogenannten Transkutanen Elektrischen Nervenstimulation (TENS), die in diesem Fall im Intimbereich angewendet wird. Für die chronische Blasenwandentzündung gibt es derzeit keine allgemein anerkannte Therapie. Die Patienten sollten viel trinken, um die Konzentration des Harns zu verringern. Es empfiehlt sich außerdem, auf Alkohol, Gewürze und scharfe Speisen zu verzichten. Antidepressiva wie Amitriptylin lindern nicht nur die Schmerzen, sondern auch die Drangsymptomatik. Antihistaminika kommen ebenfalls zur Anwendung, während Anticholinergika unwirksam sind. Für die Schmerztherapie werden darüber hinaus Antiphlogistika, Metamizol und Opioide entsprechend des WHO-Stufenschemas eingesetzt. Viele Patienten empfinden zudem folgende Therapieformen als wohltuend:

  • Akupunktur
  • Wärme
  • spezielle Massagen
  • Muskelrelaxation nach Jakobson
  • Gymnastik
  • autogenes Training
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Wie sind die Medikamente zu dosieren?

Da Arzneimittel gegen Nervenschmerzen im Unterleib erst ab einem bestimmten Medikamentenspiegel wirken, müssen sie regelmäßig in der verordneten Dosis eingenommen werden. Die Dosierung wird bei Bedarf langsam gesteigert, bis die Schmerzen erträglich sind oder völlig verschwinden. Treten vier bis sechs Wochen lang keine erneuten Schmerzattacken auf, wird die Dosis etappenweise verringert, um eine Überbehandlung zu unterbinden.

Was passiert, wenn die Behandlung nicht rechtzeitig einsetzt?

Bei Nervenschmerzen im Unterleib ist es ratsam, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, um eine Verschleppung und daraus resultierende Folgeerkrankungen zu vermeiden. Wird mit der Therapie zu lange gewartet, können die heftigen Schmerzen in einen Teufelskreis führen, der sich nur schwer wieder durchbrechen lässt.

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