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Nervenschmerzen im Rücken (Neuralgie): Ursachen & Behandlung

Zuletzt aktualisiert am: 18.10.2016 10:25:31
Nervenschmerzen im Rücken (Neuralgie): Ursachen & Behandlung

Nervenschmerzen im Rücken sind rechts oder links ausgeprägter und von allgemeinen Rückenschmerzen zu unterscheiden, die auch andere Ursachen haben können: Erkrankungen der Nieren, Gebärmutter, Prostata, Bauchspeicheldrüse oder des Leber-Gallen-Bereiches können ebenfalls Schmerzen erzeugen, die bis in den Rücken ausstrahlen. Bei einem Nervenschmerz im Rücken handelt es sich jedoch um eine direkte Beeinträchtigung der Nervenfasern, die durch mechanische Schädigungen oder Entzündungen des Nervs bzw. der Nerven verursacht werden. 

Degenerative Prozesse der Bandscheiben und ihrer Umgebung finden sich in ca. zehn Prozent der Fälle von Rückenschmerzen. Nervenschmerzen im Rücken sind rechts oder links ausgeprägter und von allgemeinen Rückenschmerzen zu unterscheiden, die auch andere Ursachen haben können: Erkrankungen der Nieren, Gebärmutter, Prostata, Bauchspeicheldrüse oder des Leber-Gallen-Bereiches können ebenfalls Schmerzen erzeugen, die bis in den Rücken ausstrahlen. Bei einem Nervenschmerz im Rücken handelt es sich jedoch um eine direkte Beeinträchtigung der Nervenfasern, die durch mechanische Schädigungen oder Entzündungen des Nervs bzw. der Nerven verursacht werden.

Nervenschmerzen im Rücken: Symptome und Ursachen

Oftmals sind Nervenschmerzen am Rücken von Brennen, Kribbeln oder Taubheit begleitet. Einschießende Schmerzen mit einem Gefühl von Schwäche oder Lähmung der Muskeln sind recht typisch. Häufig reagiert die betroffene Körperregion äußerst empfindlich auf Berührung oder stärkeren Druck (Hyperalgesie). Wenn die Schmerzen zusätzlich in Richtung Bein ausstrahlen und sich entlang einer Nervenbahn bewegen, ist eine neurologische Ursache sehr wahrscheinlich. Neuralgien im Rücken können durch verschiedenste Ursachen ausgelöst werden:

  • Bandscheibenvorfall (Prolaps): Bei einem Bandscheibenvorfall oder einer Bandscheibenvorwölbung (Protrusion) können die Wurzeln der Nerven zusammengepresst werden (Radikulopathie). Allerdings kommt dies nur bei etwa 4% der Patienten mit akuten Rückenschmerzen vor. Nicht jeder ins Bein schießende Schmerz wird durch einen Bandscheibenvorfall bedingt!
  • Ischias: Nervenschmerzen am Rücken rechts oder links im Bereich des Nervus ischiadicus sind oft mit Rückenschmerzen verbunden (Lumboischialgie). Handelt es sich um reine Rückenschmerzen, wird das als Hexenschuss (Lumbago) bezeichnet. Oft lässt sich für das Ischiassyndrom kein direkter Auslöser finden. Liegt kein Bandscheibenvorfall vor, können auch Verspannungen der Rückenmuskeln und Fehlhaltungen die Ursache sein. Auch bei einer Infektion mit Borrelien kann es zur Reizung des Ischiasnervs mit Nervenschmerzen im Rücken links oder rechts kommen.
  • Gürtelrose (Herpes zoster): Bei der Gürtelrose werden Viren reaktiviert, die seit einer evtl. lang vergangenen Windpockeninfektion im Bereich der Nervenwurzeln des Rückenmarks und der Hirnnerven schlummerten. Sie verursachen nicht nur heftige Schmerzen im gesamten Bereich des entzündeten Nervs, sondern produzieren auch einen zunächst bläschenartigen Ausschlag. Dieser zieht sich oftmals einseitig im Gürtelbereich um den Körper. Selbst nach Abklingen des Ausschlags kann der Nervenschmerz im Rücken noch über längere Zeit bestehen (postzosterische Neuralgie).
  • Verletzungen des Rückenmarks: Wird der knöcherne Wirbelkörper beschädigt, der das Rückenmark umgibt, kann dies weitreichende Folgen haben. So kann ein Bruch (Wirbelfraktur) nach einem Unfall, aber auch in fortgeschrittenen Fällen einer Osteoporose entstehen. Ältere Frauen sind besonders durch Osteoporose gefährdet, da durch die Hormonumstellung in den Wechseljahren zunehmend Kalzium aus den Knochen ausgeschleust wird. Derartige Frakturen infolge Osteoporose sind ebenso häufig vertreten wie der Bandscheibenvorfall (4%). Auch Tumoren oder Abszesse können auf das Rückenmark Druck ausüben und so die austretenden feinen Nervenfasern beschädigen, sodass ein ständiger Nervenschmerz im Rücken links oder rechts anhält.
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Diagnose und Behandlung von Nervenschmerzen am Rücken

Vor der Behandlung steht die genaue Diagnose, die bei Problemen des Rückens mit Nervenschmerzen sehr umfangreich sein kann. Eine gründliche klinisch-neurologische Untersuchung geht voraus, bei der Hautempfindlichkeit, Reflexe und Muskelkraft getestet werden. Weitere Untersuchungen, wie Schmerzzeichnung, Schmerzfragebögen oder Bestimmung der Nervenleitgeschwindigkeit (Neurographie), können das Bild abrunden. Bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall wird häufig eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Lendenwirbelsäule durchgeführt. Zunächst muss eine bestehende Ursache behoben werden, z. B. durch eine Entlastung von gequetschten Nerven durch eine Operation.

Ein Grundprinzip zur Behandlung bei Rückenschmerzen aller Art, auch wenn der Rücken durch Nervenschmerzen in Mitleidenschaft gezogen wird, ist die Bewegung. Standen früher Schonung und Ruhigstellen im Vordergrund, ist man sich heute bewusst, dass Muskelverspannungen und -verhärtungen dadurch weiter begünstigt werden. Daher werden selbst bei Ischias oder Hexenschuss gezielte Übungen empfohlen, die die betroffenen Muskeln entspannen. Gezielte Ergo- und Physiotherapie können dabei maßgeblich unterstützen. Schmerzpsychologische Angebote (Entspannungstraining, autogenes Training, Atemschulung) aber auch Hypnose und Selbsthypnose können den Heilungsprozess fördern. Auch physikalische Therapien (Kälte, Wärme) oder Magnetfeldtherapien können sich positiv auswirken.

Schulmedizinische Behandlungen von Nervenschmerzen im Rücken konzentrieren sich stark auf Schmerzlinderung und Muskelentkrampfung. Durch Medikamente, Nervenblockaden oder Schmerzkatheter kann eine deutliche Schmerzlinderung und Muskelentspannung erzielt werden, sodass Krankengymnastik und Bewegung dadurch oft erst ermöglicht werden. Neben der Akupunktur, deren Nutzen bei Rückenschmerzen kontrovers diskutiert wird, ist auch die klassische Homöopathie eine Option zur Behandlung von Nervenschmerzen des Rückens. Allerdings wird diese in der Schulmedizin nicht minder kontrovers betrachtet.

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Risiken von Nervenschmerzen des Rückens

Treten bei einer Neuralgie im Rücken schwerwiegendere Symptome auf, wie Störungen der Blasen- und Schließmuskelfunktion, Sensibilitätsstörungen rund um den After bzw. im Bereich des Gesäßes, oder ein Nachlassen des Schmerzes, je mehr eine Lähmung fortschreitet, ist umgehend eine ärztliche Praxis oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Je länger die Symptome andauern, desto langwieriger gestaltet sich auch die Therapie.

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