Tipps

Nervenschmerzen im Fußrücken (Neuralgie) | Ursachen & Behandlung

Zuletzt aktualisiert am: 24.06.2016 12:14:41
Nervenschmerzen im Fußrücken (Neuralgie) | Ursachen & Behandlung

Dass Gelenke, Sehnen und Bänder ab und an schmerzhaft daran erinnern, welchem Stress der menschliche Fuß ausgesetzt ist, lässt sich praktisch kaum vermeiden. Manchmal sind aber auch gereizte oder verletzte Nerven der Grund für plötzlich auftretende, stechende oder brennende Schmerzen im Fuß. Betreffen die Beschwerden hauptsächlich den Fußrücken, ist häufig das Vordere Tarsaltunnelsyndrom der Grund.

Ursachen für das Vordere Tarsaltunnelsyndrom

Vom Vorderen Tarsaltunnelsyndrom ist die Rede, wenn der Nervus Peronaeus Profundus (tiefer Wadenbeinnerv) am Sprunggelenk bzw. am Fußrücken eingeengt ist. Ursachen hierfür sind beispielsweise Sehnenscheideneinengungen, Überbeine und Verletzungen. Oft tritt diese Erkrankung auch bei Diabetes mellitus und anderen Stoffwechselerkrankungen auf. In fünfzig Prozent aller Fälle lässt sich allerdings kein spezieller Auslöser feststellen. Die Betroffenen klagen über Nervenschmerzen am Fußrücken, insbesondere bei Belastung, manchmal jedoch auch in Ruhestellung oder während der Nacht. Darüber hinaus besteht zwischen den ersten beiden Zehen ein verändertes Hautgefühl. Missempfindungen wie Kribbeln können ebenfalls auftreten. Im Bereich der Einengung verspüren die Patienten einen stärkeren Druckschmerz. Enges oder hohes Schuhwerk wie Berg- und Ski-Schuhe verstärken die Symptome oft zusätzlich.

Anzeige

Behandlung von Nervenschmerzen im Fußrücken

Die konservativen Therapieversuche beim Vorderen Tarsaltunnelsyndrom bestehen unter anderem aus Salbenbehandlungen und Lymphdrainagen. Bringt dies keine Besserung, ist die Neurolyse, die operative Beseitigung der Einengung, das Mittel der Wahl. Nach dem chirurgischen Eingriff ist lediglich eine zehntägige Entlastung mit Stützkrücken erforderlich. Anschließend kann die Belastung langsam gesteigert werden. Meist stellt sich durch diese Behandlung eine völlige Schmerzfreiheit ein. Zeigen die Therapiemaßnahmen zur Schmerzlinderung keine oder zu geringe Erfolge, kommen in der Regel weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik zur Anwendung. Die optimale Versorgung der Patienten bei Nervenschmerzen im Fußrücken besteht aus einer ganz individuellen Kombination verschiedener Verfahren (multimodale Schmerztherapie) wie der Gabe von schmerzhemmenden Medikamenten, der therapeutischen Lokalanästhesie, Nervenblockaden und ergänzenden Methoden wie:

  • Physiotherapie
  • Entspannungsverfahren
  • Akupunktur
  • Schmerzbewältigungstraining.
Anzeige

Dosierung der Medikamente bei Nervenschmerzen im Fußrücken

Die Wirkung trizyklischer Antidepressiva wie Amitriptylin bei Nervenschmerzen wurde mittlerweile in zahlreichen Studien belegt. Bewährt hat sich beispielsweise der Start mit einer Abenddosis von 10 bis 25 mg Amitriptylin. Wird dies gut vertragen, kann die Umstellung auf ein retardiertes Präparat erfolgen und die Menge bei Bedarf wöchentlich in 25-mg-Schritten gesteigert werden, bis eine Besserung eintritt oder eine weitere Steigerung aufgrund zu starker Nebenwirkungen nicht mehr möglich ist. Auch Antikonvulsiva wie Gabapentin zeigen gute Wirkung bei neuropathischen Schmerzen. Hier wird häufig mit einer abendlichen Dosis von 300 mg zu beginnen, die je nach Verträglichkeit um jeweils 300 mg auf 1200 bis 2400 mg erhöht wird. Eine ähnlich gute Wirksamkeit besitzt Pregabalin.

Folgen von nicht behandelten Nervenschmerzen im Fußrücken

Die Nichtbehandlung von neuropathischen Schmerzen über einen längeren Zeitraum führt die Betroffenen in einen Teufelskreis, aus dem sie nur schwer wieder herausfinden. Normale körperliche Aktivitäten werden eingeschränkt und soziale Kontakte reduziert. Ein zusätzliches Problem ist mangelnder Schlaf. Im Laufe der Erkrankung kommt es zu psychischen Symptomen wie Energielosigkeit, Verstimmtheit und erhöhter Reizbarkeit.

Weiterlesen

Service

Anzeige
Apotheke
finden
oder
Kaufen Sie Keltican forte bei in einer Apotheke in Ihrer Nähe
Liebe Leser,
die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem Arzt oder Apotheker.
Ihre Dr. med. Henrike Ottenjann, Ärztin und Fachjournalistin für Medizin