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Nervenschmerzen im Bein | Ursachen & Behandlung

Zuletzt aktualisiert am: 06.04.2016 16:46:10
Nervenschmerzen im Bein | Ursachen & Behandlung

Zahlreiche Menschen leiden an Nervenschmerzen. Betrifft die Neuralgie das Bein, ist dies nicht nur sehr belastend, sondern schränkt die Lebensqualität erheblich ein. Besonders problematisch ist es, wenn die Nervenschmerzen im Bein nachts auftreten. An Schlaf ist dann kaum noch zu denken. Strahlen die Schmerzen vom Po in die unteren Extremitäten aus, ist meist von Ischiasschmerz, fachsprachlich auch als Ischialgie bezeichnet, die Rede.

 

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Ursachen und Symptome von Ischiasschmerzen

Zu den häufigsten Auslösern für Schmerzen am Ischias und die damit verbundenen Nervenschmerzen im Bein zählen:

  1. Muskelverspannungen
  2. Blockierungen der Wirbelkörper
  3. Bandscheibenvorwölbungen
  4. Bandscheibenvorfälle

Seltenere Ursache der durch den Ischias verursachten Neuralgie im Bein sind Entzündungen der Nerven oder Krebswucherungen. Infolge von Operationen im Bereich des Hüftgelenks kann es ebenfalls zum Auftreten des Ischiassyndroms und den daraus resultierenden Nervenschmerzen im linken Bein oder auch im rechten Bein kommen. All diese Auslöser üben eine mechanische Druckbelastung auf den Ischiasnerv aus, die häufig nicht nur zu einer übermäßigen Reizung des Nervs führt, sondern diesen gegebenenfalls auch dauerhaft schädigt. Als charakteristisch für die Ischialgie gelten plötzlich einsetzende, ziehende und reißende Schmerzen, die vom Kreuzbein über den Lendenwirbelbereich über den Po bis zur Rückseite des Oberschenkels und hinab bis in den Fuß ausstrahlen.

Meist betreffen diese Nervenschmerzen nur ein Bein. Die betroffene Gliedmaße fühlt sich taub an und kribbelt. Husten, Niesen und Druck auf den Bauch verstärken die Nervenschmerzen der Beine zusätzlich. Auch das Vorbeugen des Oberkörpers und körperliche Belastung führen zu einer Verschlimmerung. Weitere Symptome für das Ischiassyndrom sind Muskelschwäche und Missempfindungen in den Beinen sowie Schwierigkeiten beim Wasserlassen und beim Stuhlgang. Die starken Nervenschmerzen im Bein schränken die Bewegungsfähigkeit spürbar ein und vermindern die körperliche Belastungsfähigkeit. Bei vielen Betroffenen ist eine seitwärts gekrümmte Schonhaltung zu beobachten, da die Schmerzen an den Nerven im Bein das aufrechte Stehen unmöglich machen.

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Behandlungsmöglichkeiten bei Nervenschmerzen im Bein

Um den von der Ischialgie verursachten Nervenschmerz des Beins behandeln zu können, ist zunächst eine genaue Diagnose erforderlich. In der Regel gelingt dies dem Arzt bereits aufgrund der typischen Beschwerden. Teilweise werden zur Abklärung der genauen Ursache von Nervenschmerz im Bein aber noch weitere Untersuchungen notwendig. Wurden Ischiasschmerzen diagnostiziert, gilt es, herauszufinden, was der Auslöser dafür ist. Degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule, beispielsweise die Spondylarthrose oder die Spondylose lassen sich über ein Röntgenbild erkennen. Um einen Bandscheibenvorfall sichtbar zu machen, sind Verfahren wie die Computertomografie oder die Magnetresonanztomografie erforderlich. Letztere ist zugleich die wichtigste Diagnosemethode für Rückenmarkstumoren.

Tipps rund um Nervenschmerzen im Bein

Die Behandlung neuropathischer Schmerzen in den Beinen ist ein langwieriges Unterfangen. Sie erfordert zum einen viel Geduld und zum anderen ein häufiges Anpassen der Medikamentenart und der Dosis. Manchmal bringt bereits ein einziger Wirkstoff den gewünschten Erfolg. Oftmals ist jedoch eine Kombination verschiedener Arzneimittel nötig, um eine ausreichende Schmerzlinderung zu erreichen. Als Orientierungshilfe bei der Schmerztherapie kann das WHO-Stufenschema dienen, da dieses zumindest einige der geeigneten Substanzen nennt. Egal, ob die Nervenschmerzen das linke Bein betreffen oder das rechte, zu Beginn steht immer das Finden und Behandeln der Ursachen. So lässt sich bei Diabetes die Zuckereinstellung optimieren.

Beim Karpaltunnel-Syndrom verspricht hingegen ein chirurgischer Eingriff Erfolg. Ist eine symptomatische Medikamententherapie erforderlich, stehen mehrere Substanzgruppen zur Auswahl, die sich in ihrer Wirkungsweise unterscheiden. Eine große Verbesserung für die Betroffenen ist es schon, wenn die Nervenschmerzen am Bein des Nachts weniger heftig sind und die sozialen Fähigkeiten sowie die Arbeitsfähigkeit erhalten bleiben oder wiedergewonnen werden. Zur Linderung von Nervenschmerzen kommen insbesondere Analgetika, Antiepileptika und Antidepressiva zum Einsatz. Nicht-Opioide Analgetika wie Paracetamol, Lidocain oder Metamizol zeigen bei Neuralgien kaum eine Wirkung. Hochpotente Opioide wie Morphin oder Tramadol sprechen hingegen gut auf neuropathische Schmerzen im Bein an. Sie fallen jedoch unter das Betäubungsmittelgesetz. Diese Arzneimittel gibt es als:

  • Cremes
  • Tabletten
  • Pflaster
  • Spritzen

Antiepileptika, bei denen verschiedene Wirkansätze ausgenutzt werden, reduzieren vor allem die attackenförmig auftretenden Spontanschmerzen. Die bei Nervenschmerzen niedrig dosiert angewendeten trizyklischen Antidepressiva wirken nicht antidepressiv, verringern aber wirksam die Schmerzen.

Nebenwirkungen der Medikamente und Risiken einer Nichtbehandlung der Ischialgie

Wird eine Ischialgie nicht behandelt, nehmen die Nervenschmerzen im rechten Bein oder auch im linken immer mehr zu, bis sie irgendwann eskalieren. Bewegungen wie Drehen oder Bücken sind dann kaum noch möglich. Zum Teil treten sogar Lähmungserscheinungen auf. Doch auch die Behandlung hat ihre Tücken, da die Einnahme der Medikamente mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden sein kann. So bewirken Antiepileptika Schläfrigkeit und Benommenheit. Antidepressiva führen gegebenenfalls zu Schwindel, Übelkeit, mangelndem Appetit und Verstopfung. Betäubungsmittel können dagegen eine Abhängigkeit auslösen oder die Funktionen des zentralen Nervensystems dämpfen.

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