Tipps

Kann man Nervenschmerzen heilen?

Zuletzt aktualisiert am: 24.06.2016 12:21:53
Kann man Nervenschmerzen heilen?

Während gewöhnliche Schmerzen auftreten, wenn der Kontakt mit einem Schmerzauslöser von den entsprechenden Sensoren registriert und zum Gehirn weitergeleitet wird, werden die Schmerzsignale bei Nervenschäden häufig ohne erkennbaren Grund zum Teil permanent an das Hirn gefunkt. Um eine erfolgreiche Behandlung zu gewährleisten, ist es daher wichtig, vor der Therapie abzuklären, welche Grunderkrankung vorliegt. Gelingt es, diese zu heilen, verschwinden oft auch die Nervenschmerzen. Anderenfalls ist es erforderlich, diese symptomatisch zu behandeln.

Was sind die Ursachen für Nervenschmerzen?

Für das Auftreten neuropathischer Schmerzen kommt eine Vielzahl von Ursachen infrage. Abhängig vom Auslöser werden sie in zwei Klassen eingeteilt: periphere Neuropathien, deren Ausgangspunkt das periphere Nervensystem ist, und zentrale Neuropathien, die vom Gehirn oder Rückenmark ausgehen. Der Begriff „Neuropathie“ steht dafür, dass das Nervensystem beschädigt oder erkrankt ist. Zu den Hauptgründen für diese Beschwerden zählen unter anderem:

Beim häufigeren Auftreten von Schmerzen senkt der Körper die Schmerzschwelle. Der Betroffene empfindet den Schmerz intensiver und länger. Der Organismus erlernt gewissermaßen das Schmerzempfinden. Eine permanente Reizung der Schmerzrezeptoren führt demzufolge nicht zu einer Verminderung ihrer Erregbarkeit, sondern vielmehr zum Gegenteil: einer Hypersensibilität. Schon allein die Angst vor Schmerzen kann zu chronisch auftretenden Krankheitssymptomen führen.

Anzeige

Welche Behandlungen helfen dabei, Nervenschmerzen zu heilen?

Um Nervenschmerzen zu heilen, werden unter anderem Mittel verwendet, die für gewöhnlich gegen epileptische Anfälle oder Depressionen zur Anwendung kommen. Diese Medikamente verhindern eine zu starke Erregung der geschädigten Nervenbahnen. Da die für die Behandlung eingesetzten Antidepressiva bei Schmerzen anders wirken, sind sie geringer dosiert als bei der Therapie einer Depression. Zu den hier eingesetzten Wirkstoffen zählen beispielsweise Dulotexin, Venlafaxin und Amitriptylin. Starke, klassische Schmerzmittel zeigen bei dem Vorhaben, Nervenschmerzen zu heilen, ebenfalls eine gute Wirksamkeit. Daher kommen insbesondere Arzneiformen mit einer verzögerten Freisetzung zum Einsatz.

Für die Behandlung diabetischer Neuropathien und den Nervenschmerzen nach einer Gürtelrose mit den Opioiden Oxycodon und Tramadol liegen gute Studienergebnisse vor. Zu beachten ist hierbei, dass eine Verstopfung zu den häufigen Nebenwirkungen zählt, deren Mitbehandlung von vornherein erfolgen sollte. Weniger wirksam bei solchen Nervenleiden sind hingegen Schmerzmittel wie Paracetamol, Metamizol, Diclofenac, Acetylsalicylsäure und Ibuprufen. Opioide und Antikonvulsiva werden vorrangig gegeben, wenn es sich um einschießende Schmerzen handelt.

Bei Dauerschmerz kommen indes eher Antidepressiva oder klassische Schmerzmittel zum Einsatz. Ergänzend oder zur Überbrückung des Zeitraums, in dem die Medikamente noch nicht wirken, sind nicht-medikamentöse Verfahren wie Nervenblockaden, elektrische Nervenstimulation und Infiltrationen ebenfalls sinnvoll. Im Einzelfall bringen je nach Ausprägung der Schmerzen auch physikalische Maßnahmen, Psychotherapie und Ergotherapie Linderung.

Anzeige

Nebenwirkungen durch die Behandlung

Die Einnahme einiger zur Therapie neuropathischer Schmerzen verwendeter Medikamente kann zu mehr oder weniger starken Nebenwirkungen führen. So können in Zusammenhang mit Antidepressiva folgende Symptome auftreten:

  • Mundtrockenheit
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Verstopfung
  • Vergesslichkeit

Die Therapie mit Opiaten kann ebenfalls mit Nebenerscheinungen verbunden sein. Hier treten vor allem Schwindel, Erbrechen, Müdigkeit, Verwirrtheit und Halluzinationen auf. Oft werden, um Nervenschmerzen zu heilen, zwei, zum Teil auch drei verschiedene Basistherapeutika miteinander kombiniert, da sich die unterschiedlichen Wirkmechanismen ergänzen können. Dies erhöht einerseits die Effektivität und ermöglicht andererseits eine geringere Dosierung der einzelnen Medikamente und führt demzufolge zu weniger Nebenwirkungen. Für den jeweiligen Patienten die bestgeeignete Arznei zu finden, erfordert jedoch häufig eine große Geduld.

Weiterlesen

Service

Anzeige
Apotheke
finden
oder
Kaufen Sie Keltican forte bei in einer Apotheke in Ihrer Nähe
Liebe Leser,
die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem approbierten Arzt.