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Nervenschmerzen Fuß (Neuralgie) | Ursachen, Behandlung & Tipps

Zuletzt aktualisiert am: 24.06.2016 12:36:35
Nervenschmerzen Fuß (Neuralgie) | Ursachen, Behandlung & Tipps

Die Füße bilden die Stabilisierungsgrundlage des Körpers und sind als solche zahlreichen Belastungen ausgesetzt. Bei durchschnittlich 5.000 bis 7.000 Schritten am Tag ist es kaum verwunderlich, dass Fußschmerzen zu den häufigsten Alltagsbeschwerden gehören. Oft werden diese Beschwerden von Gelenken, Sehnen und Bändern verursacht und lassen sich recht einfach bekämpfen. In einigen Fällen kommt es jedoch auch zu stechenden oder brennenden Nervenschmerzen in den Füßen, gegen die gängige Schmerzmittel nicht helfen.

Ursachen für Nervenschmerzen im Fuß

Für Neuralgien im Fuß kommen die unterschiedlichsten Auslöser infrage. Einer davon ist beispielsweise das Morton-Neurom, eine gutartige Verdickung eines zwischen dem dritten und vierten Zeh verlaufenden Nervs. Typische Symptome hierfür sind ein stechender, ununterbrochener Schmerz zwischen den Zehen, der beim Gehen stärker wird, und ein Druckgefühl unterhalb der Zehen. Diese Erkrankung betrifft überwiegend Frauen, möglicherweise wegen der hohen Absätze, die vorwiegend vom weiblichen Geschlecht getragen werden, oder aufgrund zu enger Schuhe. Eine weitere Ursache für Nervenschmerzen im Fuß stellen Nervenirritationen und Kompressionen dar, die in verschiedenen Regionen der Füße auftreten können. Gründe für solche Schädigungen sind Zerrungen, Schwellungen durch Blutergüsse, Prellungen oder zu enge Schuhe.

Eingeklemmte Nerven machen sich durch brennende, stechende Schmerzen oder durch einen Sensibilitätsverlust im oberen Bereich des Fußes bemerkbar. Das mediale oder hintere Tarsaltunnelsyndrom kann ebenfalls für eine Nervenkompression verantwortlich sein. Ist der Blutzuckerspiegel, bedingt durch einen Diabetes, chronisch erhöht, kann dies eine periphere Neuropathie auslösen, die in der Regel die unteren Gliedmaßen betrifft, insbesondere Knöchel und Füße. Schätzungen zufolge leidet jeder vierte Diabetiker im Verlauf seiner Krankheit unter neuropathischen Schmerzen, beispielsweise Nervenschmerzen in der Fußsohle.

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Weitere Ursachen für schmerzende Neuralgien an den Füßen sind:

  • Bandscheibenvorfälle
  • Neuropathien des tiefen Wadenbeinnervs
  • physische Traumata
  • Medikamente
  • Tumore
  • Leber- oder Nierenkrankheiten
  • Virus-Infektionen
  • Vitamin-Mangel
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Behandlung von Nervenschmerz im Fuß

Die Therapie bei einer Neuralgie der Füße richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Beim Morton-Neurom umfasst die Behandlung unter anderem die Anpassung der Schuhe, die Verwendung orthopädischer Einlagen und Kortisoninjektionen zu Abschwächung der nervlichen Entzündung. Eine physiotherapeutische Heilbehandlung mit Tecar-, Laser- oder Stoßwellentherapie macht hingegen wenig Sinn, da diese Methoden eine Neubildung nicht verhindern. Stellt sich durch konservative Behandlungsverfahren der gewünschte Erfolg nicht ein, kann der Arzt die Entfernung des Neuroms im Rahmen eines minimalinvasiven Eingriffs mit Hilfe endoskopischer Operationstechniken empfehlen. Liegt ein Tarsaltunnelsyndrom vor, beginnt die Behandlung mit dem Erkennen und Beseitigen des eigentlichen Auslösers. Die Therapie von Nervenengpasssyndromen wie dem medialen Tarsaltunnelsyndrom sieht die Einnahme entzündungshemmender Medikamente sowie Kortisoninjektionen vor. Auch die Auspolsterung des Schuhs oder Einlagen zur Korrektur nervenreizender Fußfehlstellungen können Linderung bringen. Sind diese Maßnahmen nicht erfolgreich, wird der Nerv gegebenenfalls operativ freigelegt. Die Therapie einer diabetischen Neuropathie beinhaltet die regelmäßige Kontrolle des Blutzuckerspiegels, Medikamente gegen die körperlichen Beschwerden und die Gabe von Alpha-Liponsäure- oder Vitamin-B-Präparaten.

Medikamente bei Nervenschmerzen am Fuß

Während gängige Schmerzmittel wie Paracetamol oder Acetylsalicylsäure bei Nervenschmerzen in der Regel nicht helfen, haben sich eine Reihe anderer Medikamente bewährt. Häufig müssen die Patienten mehrere Substanzen ausprobieren, um herauszufinden, was im Einzelfall am besten wirkt. Bei den meisten Wirkstoffen tritt ein positiver Effekt frühestens nach zwei Wochen ein. Zu Beginn stehen in vielen Fällen Nebenwirkungen wie Schwindel oder Müdigkeit im Vordergrund. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, ist eine Einnahme der Arzneimittel genau nach Vorschrift erforderlich. Infusionen mit Alpha-Liponsäure lindern Studien zufolge nicht nur den Schmerz, sie verbessern vermutlich auch den Stoffwechsel in den Nervenzellen und bekämpfen darüber hinaus die bei hohem Blutzucker gehäuft auftretenden aggressiven Sauerstoffverbindungen. Die Verschlimmerung von Nervenschmerzen im Fuß oder in anderen Körperbereichen soll damit verzögert oder sogar verhindert werden können.

Bei Einnahme dieses Mittels in Tablettenform zeigt sich eine ähnliche Wirkung. Das Medikament ist jedoch nicht verschreibungspflichtig. Daher übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten hierfür nicht. Mit trizyklischen Antidepressiva, beispielsweise Amitriptylin, und Antiepileptika wurden bei der Behandlung von Nervenschmerzen ebenfalls bereits Erfolge erzielt. Wegen ihrer möglichen Nebenwirkungen sind diese Mittel allerdings nicht für alle Patienten geeignet. Zwar haben zum Typ der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer gehörende Antidepressiva weniger Nebenwirkungen, dafür gibt es aber bisher auch keinen hinreichenden Beleg für ihre Wirksamkeit bei schmerzhaften Neuropathien am Fuß. Die schmerzhemmende Wirkung des kombinierten Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmers Duloxetin und von Antiepileptika wie Pregabalin oder Gabapentin konnte hingegen in Studien nachgewiesen werden. Helfen diese Medikamente nicht, kommen bei unerträglichen Schmerzen zum Teil starke Opiate zur Anwendung. Auch die Injektion von örtlichen Betäubungsmitteln kann nötig sein, um den Betroffenen das Leben zu erleichtern.

Folgen einer zu späten Behandlung von Neuralgien im Bereich der Füße

Werden Nervenschmerzen auf die leichte Schulter genommen, geht dies oft auf Kosten der betroffenen Nerven. Die Schmerzen können einen chronischen Verlauf nehmen und lassen sich dann nur noch schwer abstellen. Zudem entwickelt der Körper ein sogenanntes Schmerzgedächtnis, wenn Neuralgien unbehandelt über einen längeren Zeitraum bestehen. Dauerschmerz beeinflusst außerdem die genetische Aktivität der Nervenzellen. Es kommt zur Bildung neuer Eiweißketten, welche die Zellmembran so verändern, dass die Zelle künftig schneller auf Reize reagiert. Die Folge: noch mehr Schmerz. Hieraus resultiert ein enormer Verlust an Lebensqualität. Dies betrifft nicht nur die Patienten selbst, sondern ihr gesamtes soziales und berufliches Umfeld.

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