Tipps

Nervenschmerzen (Finger/Fingerspitzen) | Ursachen & Behandlung

Zuletzt aktualisiert am: 01.02.2016 12:45:27
Nervenschmerzen (Finger/Fingerspitzen) | Ursachen & Behandlung

Schmerzen in Fingern und Fingerspitzen können vielfältige Ursachen zugrunde liegen. Die Art des Schmerzes und dessen genaue Lokalisation erlauben dabei meist schon erste Vermutungen bezüglich der Diagnose. Wie bei allen anderen Schmerzen wird auch hierbei in akute und chronische Verlaufsformen unterschieden. Die Gründe für die Beschwerden finden sich in den Endgliedern selbst, sind aber häufig auch Begleiterscheinungen einer anderen Erkrankung. In einigen Fällen kommt auch die Schädigung oder Kompression der versorgenden Nervenbahnen als Auslöser für Fingerschmerzen infrage.

Karpaltunnelsyndrom als Ursache für Nervenschmerzen im Finger

Beim Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um ein sogenanntes Nerven-Engpass-Syndrom im Bereich der Hand. Der Karpaltunnel ist eine tunnelartige, in Höhe des Handgelenks liegende Röhre, deren Dach ein breites Band zwischen Kleinfinger- und Daumenballen bildet. Durch diesen Tunnel verläuft der Mittelhandnerv. Wird der Karpaltunnel eingeengt und dadurch ein Druck auf den Nerv ausgeübt, entstehen Taubheitsgefühle und Missempfindungen. Besonders betroffen sind die vom Mittelhandnerv versorgte Handflächeninnenseite sowie Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Woraus das Karpaltunnelsyndrom im Einzelfall resultiert, ist häufig unklar. Stoffwechselstörungen und rheumatische Erkrankungen können das Gewebe im Bereich der Handsehnen anschwellen lassen und auf diese Weise den Raum einengen, durch welchen der Mittelhandnerv verläuft. Auch Verletzungen und Tumoren können um die Handwurzel herum den Nerv abdrücken und so zu schmerzhaften Symptomen führen. Folgende Grunderkrankungen zeigen sich häufig gemeinsam mit dem Karpaltunnelsyndrom.

  • Arthrose
  • rheumatoide Arthritis
  • Fehlstellungen oder knöcherne Veränderungen nach Brüchen
  • Tumoren
  • Ganglien
  • Sehnenscheidenentzündungen
  • Verrenkung der Handwurzelknochen

Hormonelle Veränderungen durch eine Schwangerschaft oder eine Schilddrüsenüberfunktion und systemische Erkrankungen wie Gicht oder Diabetes mellitus können das Syndrom begünstigen. Auch Patienten, die regelmäßig eine Dialyse benötigen, unterliegen einem erhöhten Risiko für einen übermäßigen Druck auf den Mittelhandnerv.

Anzeige

Behandlung von Nervenschmerzen in Fingerspitzen und Fingern

Im Frühstadium des Karpaltunnelsyndroms treten vor allem Gefühlsstörungen wie Schmerzen und Kribbeln in Daumen, Zeige- und Mittelfinger auf. Mit Fortschreiten der Erkrankung entwickeln sich ausgeprägte Nervenschmerzen, die bis in den Unterarm, gelegentlich auch bis in die Schulter ausstrahlen. Je nach Ausprägung des Karpaltunnelsyndroms greifen die Mediziner auf verschiedene Therapieformen zurück. Die konservative Therapie besteht aus der nächtlichen Ruhigstellung des Handgelenks mit Hilfe einer gepolsterten Schiene, der Vermeidung mechanischer Überbelastung, der Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel und der Verabreichung von Kortison in Tablettenform oder als Injektion in den verengten Bereich des Karpaltunnels. Hilft dies nicht, ist die operative Erweiterung des Nervenkanals und die damit verbundene Entlastung des Medianusnervs das Mittel der Wahl.

Anzeige

Risiken einer Nichtbehandlung von Nervenschmerzen in den Fingerspitzen

Wer trotz Missempfindungen und Schmerzen in den Fingern keinen Arzt aufsucht, leidet unnötig an einer Erkrankung, die sich heute gut behandeln lässt. Die Symptome verschlimmern sich im Verlauf der Krankheit und führen zu erheblichen Beeinträchtigungen und Behinderungen. Stirbt der eingeengte Nerv durch den permanenten Druck ab, kann er sich nicht mehr erholen. Hieraus resultiert eine bleibende Gefühllosigkeit der betroffenen Finger.

Weiterlesen

Service

Anzeige
Apotheke
finden
oder
Kaufen Sie Keltican forte bei in einer Apotheke in Ihrer Nähe
Liebe Leser,
die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem approbierten Arzt.