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Nervenschmerzen durch Alkohol | Infos & Behandlung

Zuletzt aktualisiert am: 24.06.2016 12:46:40
Nervenschmerzen durch Alkohol | Infos & Behandlung

Nervenschmerzen  oder  schmerzhafte  Missempfindungen  können  durch  Alkohol  verursacht  werden.  Sie  treten  allerdings  nicht  bei einmaligen  Rauschzuständen  oder  seltenem  Konsum,  sondern  nur  bei  chronischem  Missbrauch  von  Alkohol  im  Rahmen  einer Polyneuropathie  auf.  Eine Polyneuropathie ist eine generalisierte über mehrere Nerven ausgedehnte Schädigung. Dabei können sowohl die sensiblen Funktionen der Nerven (Wahrnehmung) als auch die motorischen Funktionen (Bewegungen) gestört sein. Alkoholismus ist dabei mit 12% einer der wesentlichsten Faktoren bei der Entstehung von Polyneuropathien.

Medizinische Fakten

Alkoholismus bzw. Alkoholabhängigkeit ist definiert als eine Gruppe von Phänomenen, die bei wiederholtem Alkoholkonsum auftreten. In Deutschland sind ca. 2 Mio. Menschen betroffen. Die alkoholische Polyneuropathie gehört zu den häufigsten Komplikationen des chronischen Alkoholismus. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. Die  Symptome sind dabei zunächst vor allem Wadendruckschmerzen, später allgemein Schmerzen, Taubheitsgefühl, Ausfall verschiedener Reflexe und sogar Lähmungen. Morphologisch, also strukturell, die Gestalt betreffend, zeigt sich die Erkrankung in einer Degeneration (Rückbildung) der Nerven, vor allem der Myelinscheiden. Diese dienen der Isolation der Nerven und beschleunigen so die Weiterleitung von Reizen. Wie genau der Alkohol zur Schädigung der Nerven führt, ist nicht geklärt. Wahrscheinlich hängt es mit den toxischen Wirkungen des Alkohols und entgegen früherer Annahmen weniger mit dem meist mit Alkoholismus einhergehenden Vitaminmangel zusammen.

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Behandlung & Tipps

Da wahrscheinlich der Vitaminmangel nicht die Hauptursache der alkoholischen Polyneuropathie ist, trägt auch eine Vitaminsubstitution (Ersetzen der fehlenden Vitamine durch Vitaminpräparate) nicht zu einer wesentlichen Verbesserung der Symptome bei. Kann die Abhängigkeit überwunden werden, verbessern sich die Symptome häufig durch die Alkoholabstinenz und die Prognose ist meistens günstig. Im Verlauf von Wochen und Monaten kommt es zur Rückbildung der Schmerzen, Lähmungen und Reflexe. Bei starken Schmerzen kann es außerdem sinnvoll sein, niedrige Dosen Acetylsalicylsäure einzunehmen. In jedem Fall ist es bei Missempfindungen wie Nervenschmerzen, Kribbeln oder sogar Lähmungen sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen. Außer Alkohol können zum Beispiel auch Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), genetische Erkrankungen, Mangelernährungen oder Infektionen Nervenschmerzen auslösen, weswegen eine genaue Abklärung dringend notwendig ist.

Quellen

  • De Gruyter, Pschyrembel – Klinisches Wörterbuch, 2013, Stichwort: „Polyneuropathie“
  • De Gruyter, Pschyrembel – Klinisches Wörterbuch, 2013, Stichwort: „Alkoholabhängigkeit“
  • Michael Soyka et. al: Alkoholismus – Missbrauch und Abhängigkeit, Thieme Verlag, 2008, S. 210 f.
  • Pschyrembel, 2013, „Polyneuropathie“
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