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Nervenschmerzen bei Diabetes (Neuralgie) | Behandlung & Tipps

Zuletzt aktualisiert am: 24.06.2016 12:52:59
Nervenschmerzen bei Diabetes (Neuralgie) | Behandlung & Tipps

Diabetes schädigt nicht nur die Blutgefäße, sondern greift auch die Nervenfasern an. Etwa ein Drittel aller Diabetes-Patienten entwickelt im Laufe der Krankheit infolge der dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerte eine Nervenschädigung. Diese gehört damit zu den häufigsten Folgeschäden einer Diabetes-Erkrankung und kann eine Vielzahl von Beschwerden hervorrufen. Nicht immer ist eine Heilung der Nervenschäden möglich, aber es stehen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die das Beschwerdebild von Nervenschmerzen (sogenannte Neuralgien) bei Diabetes stark bessern können.

Diabetes und Nervenschmerzen: Wie kommt es dazu?

Es ist bisher nicht wissenschaftlich geklärt, warum ein zu hoher Blutzuckerspiegel die Nerven schädigt. Zur Diskussion stehen verschiedene Mechanismen, aufgrund derer die Nervenfasern angegriffen werden könnten. So kann es beispielsweise möglich sein, dass diabetesbedingte Stoffwechselstörungen einen negativen Effekt auf die Strukturwände der Nervenzellen haben. Oder dass Durchblutungsstörungen zu einem Anstieg freier Sauerstoffradikale führen und dieser oxidative Stress die Nerven schädigt. Möglich wäre auch, dass der Anstieg des Zuckeralkohols Sorbitol die Funktion der Nerven beeinträchtigt. Fakt ist jedoch, dass Diabetes zu Nervenschmerzen führen kann, die verschiedene Nerven des Körpers betreffen können. Sehr häufig treten die Beschwerden zuerst an den Zehen, den Füßen und den Beinen auf und breiten sich langsam nach oben aus.

Folgende Symptome sind bei Diabetes und Nervenschmerzen typisch:

  • brennende, bohrende oder krampfartige Schmerzen („burning feet“)
  • Missempfindungen wie Kribbeln, Ameisenlaufen oder ein Pelzigkeitsgefühl (sogenannte Parästhesien)
  • Taubheitsgefühle
  • Überempfindlichkeit bei bereits sehr leichten Berührungen (sogenannte Hyperästhesien)

Viele Patienten empfinden die Beschwerden im Bett schlimmer als bei Bewegungen oder beim Laufen.

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Behandlungsmöglichkeiten bei Diabetes und Nervenschmerzen

Wenn Diabetes zu Nervenschmerzen führt, verfolgt eine Therapie meist mehrere Ansätze. Zum einen ist es wichtig, die bereits vorhandenen Schäden der Nervenfasern zu stabilisieren und damit eine weitere Verschlechterung zu verhindern. Zum anderen muss natürlich dafür gesorgt werden, die Blutzuckerwerte optimal einzustellen. Dazu gehört auch, den Konsum aller nervenschädigenden Substanzen wie zum Beispiel Alkohol und Nikotin auf ein möglich geringes Maß zu senken. Eine begleitende Schmerztherapie sorgt dafür, die körperlichen Einschränkungen zu reduzieren. Diese kann aus Medikamenten (Schmerzmittel, Antidepressiva, Antiepileptika), Akupunktur, Physiotherapie, Bädertherapien oder auch einer Nervenstimulation bestehen.

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Diabetes und Nervenschmerzen: Sind bleibende Schäden möglich?

Schäden an Nerven sind oftmals irreparabel, das heißt, sie können nicht rückgängig gemacht werden. Daher ist ein möglichst früher Behandlungsbeginn das beste Vorgehen, um schlimme Nervenschädigungen zu vermeiden. Auch wenn irgendwann im Verlauf eines Diabetes mellitus Nervenschmerzen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auftreten werden, kann durch eine optimale Einstellung der Blutzuckerwerte eine Nervenschädigung lange Zeit vermieden werden. Dabei sollte die Aufmerksamkeit immer besonders darauf gerichtet sein, ein diabetisches Fußsyndrom zu verhindern. Diese Folgeerkrankung ist stark gefürchtet, da sie unter Diabetes-Patienten jährlich zu vielen Tausend Amputationen führt.

Infolge des Diabetes mellitus entstehen schwer heilende Wunden und Geschwüre an den Füßen, die wegen der eingeschränkten Schmerzempfindung und der oftmals auftretenden Taubheitsgefühle von den Betroffenen lange Zeit nicht bemerkt werden. Infizieren sich diese Wunden mit Keimen, kann schließlich das ganze Bein befallen werden und eine Amputation der letzte Ausweg sein.

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