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Muskel- und Nervenschmerzen | Ursachen & Behandlung

Zuletzt aktualisiert am: 23.03.2016 17:04:27
Muskel- und Nervenschmerzen | Ursachen & Behandlung

Der menschliche Körper verfügt über 650 Muskeln mit verschiedenen Funktionen und in unterschiedlichem Trainingszustand. Prinzipiell kann jeder dieser Muskeln schmerzen, beispielsweise durch Fehlhaltungen, Fehlbelastung oder Überanstrengung. Neben eher harmlosen Auslösern wie Muskelkater, Krämpfen oder Zerrungen können den Muskelschmerzen auch seltenere Ursachen wie Muskel- oder Nervenerkrankungen zugrunde liegen, die medizinisch abgeklärt werden müssen. In einigen Fällen handelt es sich trotz ähnlicher Beschwerden jedoch nicht um Muskel-, sondern um Nervenschmerzen.

Ursachen von Muskelschmerzen

Die Gründe für Muskelschmerzen erweisen sich als ebenso vielfältig wie ihre Erscheinungsformen. Am häufigsten sind sie die Folge von Muskelverspannungen, die wiederum von Über- und Fehlbelastungen wie falsche Sitzhaltungen, monotone Bewegungen oder Stress verursacht werden. Hierbei kommt es in Teilen der Muskulatur zu einer erhöhten Anspannung, die sich nicht wieder von allein zurückbildet. Die dadurch verhärteten Stellen lassen sich manchmal als kleine Knötchen ertasten. Muskelschmerzen treten wie Nervenschmerzen lokal oder auch im gesamten Körper auf. Letzteres ist insbesondere bei Infektionskrankheiten wie Borreliose, Influenza oder dem Fibromyalgie-Syndrom der Fall. Medikamente und Drogenkonsum können ebenfalls einen generalisierten Muskelschmerz hervorrufen. Die Schmerzen manifestieren sich dabei unterschiedlich. Viele Patienten beschreiben sie als:

  • ziehen oder stechend
  • brennend
  • dumpf oder drückend

Da sie plötzlich und heftig auftauchen, aber auch dauerhaft vorhanden sein können, besteht die Gefahr Muskel- mit Nervenschmerzen zu verwechseln. Länger anhaltende Schmerzen sollten daher grundsätzlich vom Arzt abgeklärt werden.

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Unterschiede in der Behandlung von Muskel und Nervenschmerzen

Die Behandlung der Muskelschmerzen richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Neben Wärme, Entspannung und anderen Maßnahmen zur Selbsthilfe stehen vielfältige Arzneimittel zur Schmerzlinderung zur Auswahl. Zu den wichtigsten Medikamenten bei schmerzenden Muskeln zählen Muskelrelaxantien und Antirheumatika auf Diclofenac-Basis. Schmerzstillende, entzündungshemmende und abschwellende Salben können ebenfalls zur Anwendung kommen. Diese gibt es mittlerweile sowohl auf chemisch-synthetischer als auch auf pflanzlicher Grundlage. Ist eine verspannte Muskulatur der Auslöser für die Muskelschmerzen, spielt Wärmeeinwirkung für die Behandlung eine große Rolle. Zu den wichtigsten Therapieoptionen bei Verspannungen gehören:

  • Wärme (Wärmepflaster, Fango, Sauna)
  • Bewegung (Physiotherapie)
  • schmerzstillende Salben
  • Massagen
  • Injektion lokaler Betäubungsmittel
  • Akupunktur
  • Entspannungstechniken (autogenes Training, progressive Muskelentspannung)
  • elektrische Nervenstimulation (TENS)

Im Gegensatz zu Muskel sind Nervenschmerzen weniger leicht behandelbar. Medikamente, die bei Muskelschmerzen schnell wirken, helfen hier in der Regel nicht. Die Schmerzbehandlung erfolgt beispielsweise mit Natriumkanalblockern, Antidepressiva oder Antikonvulsiva in Verbindung mit Schmerzmitteln und einer physikalischen Therapie. Völlige Schmerzfreiheit lässt sich nur selten erreichen. Bringen die genannten Wirkstoffe keine Linderung, wird auf schwach wirkende Opioide wie Dihydrocodein, Codein oder Tilidin zurückgegriffen. Sofern auch diese keine ausreichende Wirkung zeigen, verschreiben die Mediziner stark wirksame Opioide wie Morphin, Hydromorphin, Oxycodon oder Fentanyl.

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Unterschiede in der Medikamenteneinnahme

Bei Muskelschmerzen ist oftmals eine Selbstbehandlung mit rezeptfreien Medikamenten möglich. Dagegen müssen die Arzneimittel gegen Nervenschmerzen nach einem festen Zeitschema und in genauer Dosierung eingenommen werden. Dies sichert einen gleichmäßig hohen Wirkstoffspiegel und verhindert ein erneutes Auftreten der Schmerzen.

Gefahren einer Verwechslung von Muskel- und Nervenschmerzen

Da Muskel- und Nervenschmerzen leicht zu verwechseln sind, ist eine präzise Abklärung der Schmerzursache erforderlich, um möglichst schnell die richtige Therapie in die Wege leiten zu können. Ungeplantes Herumprobieren mit ungeeigneten Medikamenten kostet unnötig Zeit und kann sogar eine Verschlimmerung der vorhandenen Beschwerden nach sich ziehen.

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