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Medikamente gegen Nervenschmerzen | Empfehlungen & Tipps

Zuletzt aktualisiert am: 24.06.2016 13:04:50
Medikamente gegen Nervenschmerzen | Empfehlungen & Tipps

Die Behandlung von Nervenschmerzen gestaltet sich oftmals langwierig und erfordert viel Geduld. Nur in wenigen Fällen bringt ein einzelner Wirkstoff den gewünschten Erfolg. Meist ist es jedoch nötig, verschiedene Medikamente gegen Nervenschmerzen zu kombinieren, um eine hinlängliche Schmerzlinderung zu erreichen.

Wodurch entstehen Neuralgien und wie machen sie sich bemerkbar?

Die Ursachen von Nervenschmerzen sind so vielfältig, wie die auslösenden Grunderkrankungen. Während der Dauerschmerz sich bei der Post-Zoster-Neuralgie aus dem akuten Gürtelrosen-Schmerz entwickelt, können auch Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Alkoholmissbrauch  und Infektionskrankheiten Nervenschmerzen verursachen. Bei chirurgischen Eingriffen verletzte oder durchtrennte Nerven sowie falsche Bewegungen, die zur übermäßigen Reizung eines Nervs führen, gehören ebenfalls zu den Gründen für neuropathische Schmerzen.

Zum Teil resultieren Neuralgien auch aus seelischer Belastung oder aus Depressionen. Medikamente bei Nervenschmerzen sind dann erforderlich, wenn es im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs zu plötzlichen reißenden Schmerzen kommt, bei denen normale Schmerzmittel nicht helfen. Ist der Trigeminusnerv involviert, beispielsweise nach einer Gürtelrose im Gesicht, können Kauen, Zähneputzen, Sprechen oder auch Berührungen blitzartig einsetzende Schmerzen in einer Gesichtshälfte verursachen, die zwar nur wenige Sekunden andauern, sich jedoch in kurzen Zeitabständen wiederholen.

Fehlbelastungen der Brustwirbelsäule haben zum Teil eine Interkostalneuralgie zur Folge. Typisch für diese Reizung der Nerven zwischen den Rippen sind vom Rücken in die Brustregion ausstrahlende Schmerzen, die durch Bewegungen des Brustkorbes, zum Teil aber auch schon durch das Atmen ausgelöst werden. Bei gereizten Halsnerven klagen die Patienten über Beschwerden im Bereich der Schultern und Arme. Zu den häufigsten Neuralgien zählt die Ischialgie. Bei dieser machen starke Nervenschmerzen im Bein Medikamente notwendig.

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Welche Neuralgie-Medikamente kommen zur Anwendung?

Vor einer Behandlung der neuropathischen Schmerzen mit Medikamenten sollten zunächst die Ursachen für die Erkrankung gesucht und, sofern möglich, behandelt werden. Außerdem ist es unabdingbar, Krankheitsbilder mit vergleichbaren Symptomen auszuschließen, um eine erfolgreiche Therapie zu gewährleisten. Hierzu zählt beispielsweise der "Hexenschuss", bei dem nur örtliche Schmerzen an der betroffenen Stelle bestehen, die jedoch nicht ins Bein ausstrahlen. Gesichtsschmerzen im Stirnbereich, die sich beim Husten, Niesen oder Bücken verstärken, deuten hingegen auf eine Nasennebenhöhlenentzündung hin. Wurde eindeutig eine Neuralgie diagnostiziert, gilt es herauszufinden, welches Medikament gegen die Nervenschmerzen hilft. Bei der Wahl der Wirkstoffe bietet das WHO-Stufenschema eine Orientierungsgrundlage. Zur Stufe 1 gehören nicht-Opioid-haltige Arzneimittel wie Ibuprofen, Diclofenac und Azetylsalizylsäure. Diese bringen jedoch bei nicht-entzündlichen Nervenschmerzen meist keine Linderung. Die Stufe 2 beinhaltet schwach wirkende Opium-ähnliche Schmerzmittel wie:

  • Tramadol
  • Tilidin
  • Naloxon

Sofern diese Mittel allein nicht ausreichen, besteht die Möglichkeit zur Kombination mit Wirkstoffen der Stufe 1. Ist auch damit keine zufriedenstellende Wirkung zu erreichen, kommen in der dritten Stufe starke Opioide zur Anwendung, beispielsweise:

  • Morphin
  • Oxycodon
  • Hydromorphon

Diese lassen sich bei Bedarf ebenfalls mit Schmerzmitteln der Stufe 1 kombinieren. Zusätzlich kann der Arzt die Behandlung von Nervenschmerzen um Medikamente ergänzen, welche durch die Beeinflussung der Schmerzverarbeitung im Gehirn die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses verhindern. So werden auch gering dosierte Antidepressiva, Antiepileptika, Muskelentspannungsmittel, Kortison oder Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine als Medikamente für Nervenschmerzen verschrieben.

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Welche medizinischen Risiken ergeben sich aus der Behandlung?

Wer ein Medikament für Nervenschmerzen einnimmt, muss grundsätzlich mit mehr oder minder starken Nebenwirkungen rechnen. Die Einnahme von Antidepressiva führt unter anderem zur Mundtrockenheit oder zur Gewichtszunahme. Antiepileptika bewirken zum Teil eine erhöhte Schläfrigkeit und Benommenheit. Betäubungsmittel führen gegebenenfalls zu einer Einschränkung der Funktionen des zentralen Nervensystems und zur Abhängigkeit. Das regelmäßige Anwenden der verschriebenen Arzneimittel ist trotz aller Randerscheinungen unabdingbar, damit bei Nervenschmerzen die Medikamente wirklich helfen können.

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