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Ischias und Nervenschmerzen (Neuralgie) | Ursachen & Behandlung

Zuletzt aktualisiert am: 24.06.2016 14:13:09
Ischias und Nervenschmerzen (Neuralgie) | Ursachen & Behandlung

Starke Schmerzen, die plötzlich vom Gesäß bis ins Bein ausstrahlen, weisen unter Umständen auf eine Schädigung des Ischiasnervs bzw. seiner Nervenwurzel hin. Oft ist in diesem Fall der Nerv eingeklemmt, beispielsweise durch einen Bandscheibenvorfall. Aber auch Fehlbelastungen, einseitigen Belastungen oder mangelnde Bewegung reizen den Ischiasnerv und können so zu Nervenschmerzen führen.

 

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Ursachen für Ischias-Nervenschmerzen

Wenn vom Ischias Nervenschmerzen ausstrahlen, können verschiedene Auslöser dafür verantwortlich sein. Hierzu zählen unter anderem:

  • Blockierungen der Wirbelkörper
  • muskuläre Verspannungen
  • eine Bandscheibenvorwölbung (Protrusion)
  • ein Bandscheibenvorfall (Prolaps)

Die häufigsten Ursachen für die Ischialgie sind degenerative Veränderungen an den zwei unteren Bandscheiben der Lendenwirbelsäule. Die Bandscheiben bilden eine Art Stoßdämpfer zwischen den einzelnen Wirbelkörpern der Wirbelsäule. Entsteht in diesem Bereich ein erhöhter Druck, zum Beispiel beim Bücken, kann sich Bandscheibenmaterial oder die gesamte Bandscheibe vorwölben und so Schmerzen auslösen. Die Bandscheibenvorwölbung ist als Vorstufe des Bandscheibenvorfalls anzusehen. Ein auf diese Weise eingeklemmter Ischiasnerv verursacht nicht nur typische Rückenschmerzen und Schmerzen im Bein, es können auch Gefühlsstörungen und Lähmungen auftreten.

Bandscheibenvorfälle sind jedoch nicht der einzige Grund für die Nerveneinklemmung. Arthrotische Veränderungen der Wirbelbogengelenke, eine instabile Wirbelsäule und die Verengung des Wirbelkanals kommen ebenfalls als Ursache infrage. Weniger häufig treten Verengungen durch Tumore auf. Ähnlich selten stecken hinter Ischias Nervenschmerzen entzündliche Prozesse wie Nervenentzündungen. Beispielsweise kann eine Gürtelrose (Herpes Zoster) zu einer Entzündung des Ischiasnervs und daraus resultierend zu Ischiasschmerzen führen.

Ischias Nervenschmerzen – Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie zielt bei einer Ischialgie darauf ab, die Schmerzen rasch zu beseitigen und die Ursache zu beheben. Gegen den akuten Schmerz kann der Arzt diverse Mittel wie Schmerzmittel, Lokalanästhetika oder entzündungshemmende und muskelentspannende Wirkstoffe direkt in die Muskulatur des Rückens spritzen. Wer es lieber mit Schmerztabletten versuchen möchte, sollte dies nur über einen kurzen Zeitraum und nur nach ärztlicher Absprache tun. Je nach Ursache der Ischias Nervenschmerzen sind auch Bettruhe, Wärme und Schonung während der akuten Phase wohltuend. Langfristig ist es ratsam, die Rückenmuskulatur zu stärken und für regelmäßige, ausreichende Bewegung zu sorgen. Treten die Probleme wiederholt auf, können auch folgende Behandlungsformen hilfreich sein:

  1. krankengymnastische Übungen
  2. Massagen
  3. Chirotherapie
  4. Akupunktur
  5. Rückenschule

Gegebenenfalls kann eine Operation erforderlich sein, um die Ischias Nervenschmerzen erfolgreich zu behandeln, zum Beispiel beim Auftreten motorischer Störungen oder bei starken, wiederholten Bandscheibenvorfällen.

Risiken bei der Behandlung von Ischiasschmerzen

In der Regel verschwinden Ischias Nervenschmerzen nach kurzer Zeit durch eine herkömmliche ärztliche Behandlung. Einige der hierfür verordneten Medikamente können bei längerem Gebrauch Magenblutungen verursachen. Daher sollten sie bei ersten Anzeichen (z. B. schwarzer Stuhl) sofort abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden. Unter Umständen lösen Wärmepflaster und Rheumasalben allergische Hautreaktionen aus. Eine Operation ist ebenfalls mit gewissen Risiken verbunden. So treten in manchen Fällen Nerven- und Gefäßverletzungen, Nachblutungen, Wundheilstörungen oder Entzündungen auf. Äußerst selten kommt es nach mikrochirurgischen Operationen zum sogenannten Postdiskotomiesyndrom, einer Vernarbung im Wirbelkanal, die einen stetigen Zug an den Nervenstrukturen bewirkt. Symptome hierfür sind hartnäckige, brennende, therapieresistente Rückenschmerzen. Das Risiko für einen erneuten Bandscheibenvorfall auf gleicher Höhe liegt etwa bei zwei Prozent.

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die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem approbierten Arzt.