Diagnostik

Bildgebung und elektrophysiologische Untersuchungen bei Nervenschmerzen

Zuletzt aktualisiert am: 23.03.2016 17:18:52
Bildgebung und elektrophysiologische Untersuchungen bei Nervenschmerzen

Wenn das Patientengespräch und die körperliche Untersuchung ergebnislos bleiben und keine Anhaltspunkte für spezifische Schmerzursachen ergeben, schließen sich zusätzliche Untersuchungen an. Vor allem bildgebende (radiologische) und elektrophysiologische Verfahren können im Fall von Nervenschmerzen Licht ins diagnostische Dunkel bringen.

Bildgebung (Röntgen, CT, MRT, SONO, Szinti)

Zu den radiologischen Verfahren mit Röntgenstrahlen gehören konventionelle Röntgenbilder in zwei Ebenen. Diese dienen etwa zur Abklärung von degenerativen, entzündlichen, rheumatischen, tumorösen und posttraumatischen Prozessen im Körper.

Darüber hinaus gibt es die Computertomografie (CT). Einzel- und Mehrschicht-Spiral-CTs werden bei entzündlichen, tumorösen Prozessen oder Anomalien eingesetzt. Weitere radiologische Verfahren, die ohne Röntgenstrahlen auskommen, sind die Sonografie, die Duplex-Sonografie (z.B. bei Zeichen einer Durchblutungsstörung) und die Kernspintomografie (MRT). MRTs dienen der Darstellung von Weichteilstrukturen, von Knochenmarksprozessen, Gefäßen, Prozessen im Gehirn und in Gelenken.

Weiterhin können nuklearmedizinische Verfahren zum Einsatz kommen. Zu diesen zählen die Skelettszintigraphie, Photonen-Absorptionsmessungen und Positronenemissionstomografie (PET). Die Skelettszintigraphie wird zur Untersuchung von entzündlichen, degenerativen, metastatischen Prozessen eingesetzt. Die Drei-Phasen-Skelettszintigraphie gehört zur Routine bei Verdacht auf einen Morbus Sudeck (Komplexes regionales Schmerzsyndrom – CRPS). Durch diese Untersuchungsmethode kann die Stoffwechselaktivät von Knochen und Knochenmark ermittelt werden. Die PET kommt bei Gefäßentzündungen, Demenz, Tumor- sowie Entzündungssuche zum Einsatz.

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Elektrophysiologische Untersuchung (EMG, NLG, EKG)

Mittels elektrophysiologischer Untersuchungen können Muskelschädigungen genauestens analysiert werden. Sie haben das Ziel, den Verteilungstyp, den Schädigungstyp, die Schädigungsmuster und das Ausmaß eines Muskelschadens festzustellen. Bei Verdacht auf eine periphere Polyneuropathie oder eine einzelne Nervenschädigung sind Analysen anhand von NLG (Neurografien), EMG (Elektromyografien) und EKG (Elektrokardiogrammen) sinnvoll.

Das NLG misst die Nervenleitgeschwindigkeit. Das EMG misst die elektrische Aktivität des Muskels und erlaubt dem Arzt zu unterscheiden, ob entweder der Muskel oder der Nerv von einer Funktionsstörung betroffen ist. Das EKG zeigt die elektrischen Aktivitäten des Herzmuskels und evtl. Störungen der Nervenwege.

Ergänzende Methoden für zusätzliche Informationen sind die Vibratometrie, die Thermotestung oder die Jod-Stärke-Reaktion. Elektrophysiologische Untersuchungen sind z.B. bei Engpass-Syndrom, Polyneuritis und Polyneuropathien erforderlich. Ein Elektrokardiogramm (EKG) sollte zusammen mit Blutdruck- und Pulsmessungen durchgeführt werden.

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die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem Arzt oder Apotheker.
Ihre Dr. med. Henrike Ottenjann, Ärztin und Fachjournalistin für Medizin