Diagnostik

Labordiagnostische Untersuchungen bei Nervenschmerzen

Zuletzt aktualisiert am: 24.06.2016 14:21:58
Labordiagnostische Untersuchungen bei Nervenschmerzen

Das Mikroskop ist ein weiteres wichtiges Instrument in der diagnostischen Kette, um Symptome von Nervenerkrankungen abzuklären. Blut- und Flüssigkeitsanalysen im Labor können bei Verdacht auf Erkrankungen, die häufig von Nervenschmerzen begleitet werden, aufschlussreich sein. Zu diesen gehören etwa Diabetes mellitus, Multiple Sklerose oder Borreliose. Im Einzelfall landet auch eine Gewebeprobe unter dem Vergrößerungsglas. Eine Nerven- oder Hautbiopsie kommt allerdings erst dann zum Einsatz, wenn alle anderen Untersuchungen ergebnislos geblieben sind.

Blutuntersuchung

Bei jeder Basisuntersuchung sollte ein sogenanntes Standard-Labor abgenommen werden.

Zur Basisdiagnostik zählen:

  • Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG),
  • C-Reaktives Protein (Plasma-Eiweiß),
  • Differenzialblutbild,
  • Elektrolyte,
  • Leber- und Nierenwerte,
  • Bence-Jones-Proteinurie,
  • TSH-Werte (Schilddrüsenwerte)
  • und Immunfixation.

Weitere Untersuchungen erfolgen bei Verdacht auf Diabetes mellitus (Blutzucker, Tagesprofil, Glukosetoleranztest), Alkoholmissbrauch (Transaminasen, MCV, Vitamine), oder auch funikuläre Myelose (Vitamin-B12-Mangel). Darüber hinaus gibt es viele weitere zum Teil sehr spezielle Parameter, die aus dem Blut bestimmt werden können. Diese können helfen, wenn es darum geht, andere behandelbare Ursachen von Erkrankungen des Nervensystems (Neuropathien) zu finden.

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Liquoruntersuchung

Eine Liquor- oder auch Lumbalpunktion erfolgt, um Liquor aus dem Wirbelkanal zu entnehmen. Liquor ist eine klare Flüssigkeit, die das Gehirn und das Rückenmark umgibt und z.B. bei entzündlichen Prozessen verändert sein kann. Die Lumbalpunktion ist z.B. wichtig bei Verdacht auf entzündliche Erkrankungen des Gehirns, bei Multipler Sklerose oder bei Borreliose.

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Nerven- und Hautbiopsie

Eine weitere diagnostische Möglichkeit bietet die Entnahme und Untersuchung von Nerven- oder auch Hautgewebe durch eine kleine Biopsie. Nervenbiopsien kommen erst dann infrage, wenn mit anderen Methoden keine hinreichende Diagnose gestellt werden kann. Sie sind bei Verdacht auf behandelbare Polyneuropathien erlaubt, allerdings möglichst nur in Spezialzentren. Biopsiert wird im Allgemeinen der N. suralis des Unterschenkels, alternativ der N. peroneus superficialis. Durch eine Hauptbiopsie lässt sich eine Aussage über den Zustand von Nervenfasern in einem bestimmten Bereich machen.

Genetische Tests

In seltenen Fällen wie z.B. einer familiär auftretenden Polyneuropathie (PNP) oder bei Zeichen einer hereditären Polyneuropathie ist es sinnvoll, genetische Tests durchzuführen. Auch bei entzündlichen Polyneuropathien kann eine weitergehende molekulargenetische Untersuchung sinnvoll sein.

Transcobalamin-Test (bei Vitamin-B12-Mangel)

Bei einem vermutetem oder bestehendem Vitamin-B12-Mangel sollte der Holo-TC-Marker zusammen mit Methylmalonsäure im Blutserum bestimmt werden.

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Liebe Leser,
die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem Arzt oder Apotheker.
Ihre Dr. med. Henrike Ottenjann, Ärztin und Fachjournalistin für Medizin