Schmerztherapie

Weitere Behandlungsmaßnahmen

Zuletzt aktualisiert am: 05.04.2016 17:26:33
Weitere Behandlungsmaßnahmen

Bei Erwachsenen und vor allem bei Kindern können auch Entspannungsübungen, Biofeedback, Hypnose, Atmungskontrolle, Visualisierung, Desensibilisierung oder auch Einsatz eines magischen Handschuhs hilfreich sein. Alle Verfahren dienen dem Ziel, die Wahrnehmung des eigenen Körpers zu verändern, die Schmerzen besser zu bewältigen und das Schmerzerleben zu erleichtern.

Entspannungsübungen

Entspannungstherapien fördern die Selbstkontrolle und die Fähigkeit, sich auf bestimmte Dinge zu konzentrieren, störende Außenreize zu ignorieren und sich auf die eigenen Bedürfnisse zu besinnen. Sie führen zu einer körperlichen und seelischen Beruhigung und zu einem besseren emotionalen und körperlichen Wohlbefinden. Die Wirksamkeit der Entspannungstherapien ist wissenschaftlich gut belegt und hilft bei akuten und chronischen Schmerzen. Zur Auswahl stehen eine ganze Reihe an Verfahren wie Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, autogenes Training, imaginative Verfahren, Achtsamkeit und Meditation.

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Hypnose und Meditation

Bei der Hypnose wird der Patient in einen tiefen Entspannungszustand versetzt. Das Gehirn ist dann besonders aufnahmefähig und kreativ. Patienten entwickeln unter Anleitung eines Therapeuten innere Bilder, die zu einer Schmerzlinderung und in seltenen Fällen auch zu einer vorübergehenden Schmerzfreiheit führen können. Sie kann sowohl bei akuten als auch chronischen Schmerzen hilfreich sein.

Regelmäßige Meditation hat positive Effekte auf das Gehirn und das Herz, sie kann aber auch in der Schmerztherapie hilfreich sein. Amerikanische Forscher haben entdeckt, dass achtsamkeitsbasierte Meditation das Schmerzempfinden lindern kann – dies auch bei Patienten, die eine Opioid-Toleranz ausgebildet haben.

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Biofeedback

Beim Biofeedback-Verfahren wird über eine Verminderung der Erregung die Schmerzwahrnehmung geschwächt. Elektroden messen die Aktivität direkt an der betroffenen Körperstelle und geben dem Patienten ein kontinuierliches Feedback über sein Anspannungsniveau. Der Patient wird dadurch in die Lage versetzt, dieses etwa durch Entspannungsübungen in die gewünschte Richtung zu verändern. Biofeedbackverfahren können im Mittel eine Linderung der Schmerzen von bis zu 50 bis 60 Prozent erreichen. Damit ist dieses Verfahren vergleichbar mit einer medikamentösen Behandlung.

Biofeedbacktherapeuten lassen sich durch Anfrage an die Psychotherapeutenkammern (info@psychotherapeutenkammer.de) ermitteln. Ferner findet man sie bei der Deutschen Gesellschaft für Biofeedback unter www.dgbfb.de

Operationen

Bei Nervenschmerzen können abhängig von der Diagnose auch konventionelle chirurgische, mikrochirurgische, endoskopische oder interventionelle Verfahren hilfreich sein. Sie dienen der Blockade von Schmerzinformationen, die vom Nerven zum Gehirn laufen und sind dann eine Lösung, wenn andere Behandlungsansätze nicht ausreichend erfolgreich sind. Operative Eingriffe sind ursächlich sinnvoll, etwa bei akuten Nervendurchtrennungen oder auch Einengungen wie z.B. dem Karpaltunnelsyndrom. Bei Verletzungen werden Nervenstränge mikrochirurgisch wieder zusammengenäht. Bei Einengungen beispielsweise des Nervus medianus beim Karpaltunnelsyndrom werden durch chirurgische Spaltung des Karpalbandes wieder Freiräume geschaffen. Bei der Trigeminusneuralgie kann ein Teil des Nervs durch Erhitzen ausgeschaltet werden. Die Entfernung von Teilen eines schmerzverarbeitenden Nervensystems ist die wirklich letzte Option.

Plasmapherese

Bei einigen neurologischen Erkrankungen wie dem Guillain-Barré-Syndrom oder auch CIDP ist die Blutwäsche (Plasmapherese) eine therapeutische Möglichkeit. Hierbei wird das Plasma (Flüssigkeit des Blutes) von den Blutzellen getrennt und gereinigt. Anschließend wird das gereinigte Plasma wieder mit den Zellen versetzt und den Patienten zurück transfundiert. Wenn eine Reinigung des Plasmas nicht möglich ist, können die Blutzellen auch mit fremdem Plasma oder einem Plasmaersatz vermischt werden. Der Plasmaaustausch führt zu einer schnelleren Rückbildung der Symptome. Empfohlen werden bis zu fünf Plasmaaustausche in ein bis zwei Wochen.

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Liebe Leser,
die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem Arzt oder Apotheker.
Ihre Dr. med. Henrike Ottenjann, Ärztin und Fachjournalistin für Medizin