Schmerztherapie

Schmerztherapie bei Kindern und älteren Menschen

Zuletzt aktualisiert am: 19.04.2016 09:41:48
Schmerztherapie bei Kindern und älteren Menschen

Im Frühling wie im Herbst des Lebens ist der Mensch erfahrungsgemäß besonders anfällig für körperliche Beschwerden. So sind Schmerzen nicht nur ein häufiges Phänomen bei Heranwachsenden, sondern naturgemäß auch im Alter keine Seltenheit.

Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen

Vor allem Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen sind typische Schmerzarten, unter denen junge Menschen leiden können. Viele Kinder besitzen automatische Mechanismen zur Schmerzbewältigung: Sie legen Ruhepausen ein oder lenken sich ab. Ausruhen kann sinnvoll sein, ist aber nicht die Methode der Wahl, weil dadurch schnell eine falsche Wirkung erreicht werden kann. Zuviel Schonung bei Schmerzen führt mitunter auf Dauer zu häufigeren und stärkeren Symptomen.

Wiederholt auftretende Schmerzen sollten auf jeden Fall ernst genommen und abgeklärt werden. Allerdings sollte man seine Kinder nicht ständig nach ihren Schmerzen ausfragen, da sie dies nur wieder an ihr Leid erinnert. Wie bei Erwachsenen zielt die Therapie bei Kindern darauf ab, die Chronifizierung der Schmerzen zu vermeiden. Wichtig: Schmerzmittel sollten nur in Rücksprache mit dem Kinderarzt eingesetzt werden. Darüber hinaus sollte eine Therapie bei Kindern biologische, psychologische und soziale Faktoren berücksichtigen. Fragebögen und Schmerztagebücher helfen, Schmerzen bei Kindern richtig zu beurteilen.

Bei besonderen Umständen wie etwa Operationen sind auf Kinder abgestimmte Medikamente vor, während und nach einem Eingriff wichtig – ebenso wie kindgerechte psychologische Hilfestellungen.

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Schmerzen im Alter

Für viele ältere Menschen gehören Schmerzen zum Alltag. Sie werden nicht näher erwähnt oder zum Teil, z.B. in Alten- oder Pflegeheimen, gar nicht bemerkt. Denn geistig verwirrte oder demente Patienten können ihr Leiden oft nicht mehr benennen oder beschreiben. Daraus folgt, dass Schmerzen in dieser Altersgruppe vielfach nicht angemessen behandelt werden. Hinzu kommt, dass ältere Menschen nicht selten andere eher lebensbedrohliche Erkrankungen haben, die mehr im Vordergrund stehen. Der Schmerz rückt dann im Rahmen der gesamten Behandlungsbemühen in den Hintergrund. Zudem müssen Schmerzmedikamente sorgfältig mit anderen Medikamenten abgestimmt und dem im Alter veränderten Stoffwechsel angepasst werden. Hinzu kommt, dass Senioren bei der Medikamenteneinnahme oft Hilfe brauchen, da sie es selbstständig nicht mehr ohne weiteres schaffen.

Besteht ein hoher Leidensdruck, dann sinkt durch die oft quälenden Schmerzen die Lebenszufriedenheit. Es besteht die Gefahr, die Kompetenz für ein selbstständig organisiertes Leben vorzeitig aufzugeben, obwohl dies von biologischer Seite aus grundsätzlich noch möglich wäre. Häufig resultieren daraus Rückzug, Einsamkeit und Depressionen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt daher, auch bei Älteren das Drei-Stufenschema der Schmerztherapie anzuwenden. Stufe 1 sieht nicht-opiod-haltige Medikamente vor wie z.B. Azetylsalizylsäure, Ibuprofen, Diclofenac und Paracetamol. In der zweiten Stufe wird ein schwach wirkendes Opium-ähnliches Schmerzmittel wie z.B. Tramadol oder Tilidin empfohlen. Und wenn der Schmerz auch dadurch nicht ausreichend gelindert wird, können in Stufe 3 stark zentral wirkende Opium-ähnliche Schmerzmittel verabreicht werden, z.B. Morphin oder Oxycodon. Und wie bei allen Patienten gilt auch bei älteren Menschen der multimodale Ansatz von Medikation plus nicht-medikamentöse Verfahren wie Physiotherapie oder Entspannungsverfahren.

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die Inhalte unseres Nervenschmerz-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem Arzt oder Apotheker.
Ihre Dr. med. Henrike Ottenjann, Ärztin und Fachjournalistin für Medizin